Freitag, 15. März 2019

Von La Paz per Bus nach Copacabana


9.3. 

Um 7h morgens wurde ich am Hotel abgeholt und am Busbahnhof stieg ich in dann in den Fernbus um. Nun sagte ich La Paz endgültig Ade und steuerte meine letzte Station in Bolivien an. Unterwegs  hielt der Bus plötzlich am Ufer des Titicacasees an und alle Passagiere mussten raus und auf eine kleine Fähre umsteigen, während der Bus mit dem gesamten Gepäck ebenfalls verladen wurde. Na, wenn das mal nur gut ging, denn das Ding sah nicht sehr vertrauenserweckend aus! An einem Ticketschalter musste jeder ein Billettle für 2Bs lösen und konnte dann übersetzen.






Auf der anderen Seite landeten wir im Ort San Pedro de Tiquina und dort war gerade: was wohl? Karneval natürlich! Und während wir auf unseren Bus warteten, der gemächlich über den See wackelte, hatten wir genügend Zeit, die Menschen in diesem San Pedro zu beobachten.









Auch der Bus hatte es schließlich übern See gepackt 
und weiter ging die Fahrt, bis Copacabana in Sicht kam




Das Wetter spielte auch voll mit heute und ich war froh, dass ich den frühen Bus genommen hatte. Der Busbahnhof von Copacabana ist mitten im Ort und ich hatte schon bei der Durchfahrt mein Hostal Sonia entdeckt; deshalb nahm ich meine beiden Rucksäckle und marschierte ich zu Fuß dorthin. Das Zimmer war zwar im 3.Stock (schnauf!), dafür hatte es eine schöne Aussicht und auf dem gleichen Stockwerk eine nette überdachte Terrasse. 
Als ich mir am Waschbecken im Bad die Hände waschen wollte und den Hahn aufdrehte, merkte ich, dass das Abwasser volle Pulle an der Wand runter lief! Na ja, nicht mein Problem, der Heimwerker Karin hatte Urlaub!



Für den nächsten Tag hatte ich mir die Isla del Sol vorgenommen, da alle davon schwärmten, und so zog ich los eine Tour zu buchen. Natürlich wies ich vor Verlassen des Hauses auf den Missstand in meinem Badezimmer hin und nahm an, dass dies bei meiner Rückkehr erledigt sei. (Haha, ich kleiner Optimist!)
Das Städtchen ist voller Backpacker und entsprechend sind auch die vielen kleinen Restaurants und Lädchen darauf ausgerichtet. Allerdings nur an wenigen Straßen entlang; im größten Teil des Ortes hat er sich seine bolivianische Identität bewahrt, was sich besonders bei der zufällig heute stattfindenden Karnevalsparade zeigte! Tolle Kostüme in allen Farben reihten sich dabei aneinander und tanzend zogen die Gruppen durch die Straßen! Im Vergleich zu Tupiza war das schon eine andere Liga.












Ich lief eine Weile nebenher und machte eifrig Fotos, dann kümmerte ich mich um mein Tourticket.
Bald war Zeit zum Abendessen und ich überlegte wohin. Neben der Markthalle gäbe es viele Essensstände, aber mir war nicht nach Streetfood. Der Titicacasee ist ja bekannt für seine Forellen und so suchte ich mir ein kleines, gemütliches Restaurant. Darin sangen zwei Mädels aus Buenos Aires und sorgten für angenehme und unaufdringliche  Hintergrundsmusik. Ich genoß eine leckere Forelle mit Knoblauch und genehmigte mir dazu ein Coronabierchen - was ist das Leben doch schön!





Als ich danach hochzufrieden in mein Hostal zurückkehrte, drückte mir der Chef des Hauses einen großen Putzlumpen in die Hand und meinte, den solle ich drunterlegen! Auch ne Lösung!?! Ich fragte nur: Mañana???  Bekam aber keine zufriedenstellende Antwort.

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