8.3.
Schon zu Hause hatte ich von dieser Straße und dazugehörigen Tour gelesen und dachte mir: Karin, das nimmst du auch mit, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt!
Nun hatte mir Justin erzählt, dass er die Straße am Vortag runter sei und dabei 2 Stunden im Regen hätte fahren müssen, aber ich ließ mich davon nicht abschrecken.
Der Gedanke, von 4600m bis auf 1600m mit dem Mountainbike abzufahren, war zu verlockend, zumal es ja nur abwärts ging! Das gefiel mir besonders!
Also saß ich pünktlich morgens um 7h wartend in der Lobby und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Ein Bus kam nicht, dafür um kurz vor halb der Guide, der mich zu Fuß zur Agentur begleitete. Es gäbe so viel Verkehr, deshalb sei der Bus verspätet! Ich kannte den Weg dorthin, war ja quasi um die Ecke, aber sicher dachte er, die alte Dame holt man besser selbst ab! Im Büro saßen weitere Teilnehmer, drei Jungs aus Israel, die mich etwas unsicher musterten und dort offensichtlich ein Frühstück bekommen hatten. Bei mir wusste man, dass ich im Hotel eins bekommen würde. Dann ging es auch irgendwann mal los und wir stiegen in den Bus, auf dessen Dach schon die Räder montiert waren. Später stiegen noch ein Japaner, zwei deutsche Jungs und ein deutsches Pärchen ein. Wenigstens noch ne Frau, dachte ich! War aber falsch gedacht, denn das Pärchen hatte bei einer anderen Agentur gebucht und einen eignen Guide!
Nach etwa einer Stunde kamen wir oben auf 4600m an, stiegen aus und wurden erst mal eingekleidet. Dann bekam jeder sein Fahrrad zugewiesen und instruiert. Die Sonne schien, also alles bestens!
Und dann ging's los! Zunächst auf asphaltierter Straße - alles easy! Der Guide fuhr voraus, und wir brav hinterher, da konnte ich gut mithalten. Dann kam eine Stelle, wo man 50Bs für die Benutzung der Route bezahlen musste - und dann stiegen wir wieder in den Bus und wurden ein Stück gefahren, wohl weil es dabei auch immer wieder bergauf ging.
Und endlich waren wir an dem Stück angelangt, das den Namen 'Todesstraße' trägt und das nicht ohne Grund! Etwa 200000 Todesopfer hätte die Strecke zu beklagen, davon eines erst vor kurzem (wobei es sich dabei um einen einheimischen jungen Mann handelte, der sich wohl zu viel beweisen wollte). Früher, vor dem Bau einer Autobahn, sind hier viele LKWs rauf und runter, und da die enge Straße oft nass und rutschig war, sind viele, manchmal auch nach reichlich Alkoholgenuss, zu Tode gekommen. Heute ist es DIE Touristenattraktion schlechthin!
Und endlich waren wir an dem Stück angelangt, das den Namen 'Todesstraße' trägt und das nicht ohne Grund! Etwa 200000 Todesopfer hätte die Strecke zu beklagen, davon eines erst vor kurzem (wobei es sich dabei um einen einheimischen jungen Mann handelte, der sich wohl zu viel beweisen wollte). Früher, vor dem Bau einer Autobahn, sind hier viele LKWs rauf und runter, und da die enge Straße oft nass und rutschig war, sind viele, manchmal auch nach reichlich Alkoholgenuss, zu Tode gekommen. Heute ist es DIE Touristenattraktion schlechthin!
Nun war nix mehr mit Teerstraße, sondern eine echte Offroad-Strecke, mit mehr oder weniger großen Steinen, und bevor ich richtig schauen konnte, waren die sechs Jungs samt Guide auf und davon! Ich hatte nun ja gar keine Ahnung von Mountainbikes und dieser Art Untergrund, deshalb ließ ich es erst mal langsamer angehen. Mit der Zeit aber hatte ich den Dreh einigermaßen raus und erhöhte meine Geschwindigkeit. Damit war ich immer noch den anderen hinterher, doch den Letzten konnte ich meist noch sehen! Wir hielten auch immer wieder an, sodass ich gut aufschließen konnte. Jedenfalls meinte der Guide irgendwann zu mir: You are doing really well!!! (Und er meinte das im ERNST, gell!)
Wir kamen dann fast unmerklich in eine völlig andere Vegetationszone, fast Regenwald ähnlich, mit großen Farnen und dichtem Wald, und wir mussten auch immer wieder unter Wasserfällen durch! Eine tolle Landschaft - leider mit wenig Zeit zum Ansehen! Aber wir hatten auch einen Fotografen dabei, der immer wieder Gruppen- oder Einzelbilder von uns machte. (Am Ende bekamen wir eine CD mit Fotos und Videos!)
Das Wetter spielte voll mit und so entledigten wir uns immer mehr Schichten, ohne jedoch die Knie-und Ellbogenschoner abzulegen.
An einer Stelle war eine Seilbahn über ein Tal gespannt und wer wollte, konnte sich da noch einen zusätzlichen Adrenalinkick verschaffen. Aber ich hatte das an anderer Stelle schon gemacht und verzichtete diesmal.
Irgendwann meinte unser Guide, wir müssten noch durch 2 Flüsse durch, da würden dann die Schuhe nass! Den ersten schaffte ich ganz gut, doch beim zweiten landete ich voll in einer Vertiefung und stand auch schon mit beiden Boots so richtig im Wasser!
Am Ufer saßen ein paar Männer vom Dorf und amüsierten sich köstlich über uns Touris (ich war nicht die Einzige mit nassen Schuhen!!).
Kurz danach war die Abfahrt zu Ende und wir wurden mit dem Bus zu einem Campingplatz gebracht, wo wir ein Essen bekamen und uns duschen konnten; außerdem gab es einen Pool, der aber von einer Wasserball spielenden Gruppe amerikanischer (?) Radler voll in Beschlag genommen war. Ich schwamm ein paarmal am Rand hin und her, und zog mich dann in die Dusche zurück. Meine nassen Stiefel stellte ich in die Sonne und hoffte auf deren Kraft, denn am nächsten Morgen ging mein Bus nach Copacabana!
Gegen 20:30h waren wir zurück in La Paz (wie es schien, waren wir die letzte Gruppe!) und holten noch schnell unsere CD mit den Fotos und Videos, sowie ein 'Survivor of Death Road'-T-Shirt ab! Jawoll!!!
Zum Glück hatte ich einen Radiator im Zimmer, den ich die ganze Nacht laufen ließ und so meine Boots wieder trocken bekam!


















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