14.3.
In La Casa de Ingrid musste man sich das Frühstück selbst machen, denn sie wohnte gar nicht im Haus; dafür gab es viele Zimmer, die alle vermietet waren, dennoch trafen wir uns nur vereinzelt in der Küche. Gleich nebenan war ein kleiner Laden, wo ich mich mit Milch, Kaffee, Eiern, Joghurt etc. eindeckte und gemütlich frühstückte. Das schlechte Wetter verzog sich nach und nach am Vormittag und neugierig machte ich mich auf den Weg die Stadt zu erkunden. Gleich am Ende Straße begann schon das 'Künstlerviertel' San Blas mit einer Markthalle. Darin gab es außer Obst und Gemüse viele Essensstände und auch Safttheken, wo ich nicht widerstehen konnte und dachte mir noch, so ein kleiner gesunder Smoothie kann ja nix schaden. Der Preis von 7 Soles (1,80€) war auch OK und so suchte ich mir eine leckere Mischung raus. Ich staunte nicht schlecht, als ich einen Krug mit über einem halben Liter Saft vorgesetzt bekam! Der brauchte natürlich seine Zeit und so unterhielt ich mich währenddessen mit der Frau hinter dem Stand. So erfuhr ich zum Beispiel, dass sie drei Söhne hatte, von denen der Älteste (14) morgens in die Schule ging und der mittlere (8) nachmittags, da in Peru in zwei Schichten unterrichtet wird (ich kannte das bisher nur aus Brasilien). Der Kleinste (3) rannte solange sie arbeitete in der Markthalle herum und spielte mit den Kindern der anderen Marktfrauen.
Gut mit Saft abgefüllt ging ich weiter eine äußerst enge Straße hinunter (ich wohnte etwas in Halbhöhenlage), deren Gehweg etwa 40-50cm breit war. Man kam nur aneinander vorbei, wenn gerade kein Auto kam und man auf die Straße ausweichen konnte.
Je näher ich dem Zentrum der Altstadt kam, desto mehr begeisterte mich dieser Ort! Die Spanier haben hier architektonisch volle Arbeit geleistet mit geschnitzten Erkern an den Häusern, Arkaden und symmetrischen Plätzen, prächtige Kirchen und sonstige Gebäuden... mit dem Erfolg, dass die Altstadt heute Weltkulturerbe ist. Dazu eine ungemeine Vielfalt an Restaurants, Läden und Agenturen für Touren, sodass mir schlagartig klar wurde, warum jeder von diesem Ort schwärmte!
Ich hatte zwar 4 Nächte gebucht, doch um möglichst viel zu sehen, kam man um geführte Touren nicht herum. Also verglich ich diverse Angebote und nachdem ich Geld abgehoben hatte, machte ich für den nächsten Tag gleich mal ein paar historische Highlights am Stadtrand klar.
Dann begab ich mich zur Plaza de Armas, um mich einer Free Walking Tour anzuschließen. Ich stand noch nicht richtig auf dem Platz, da wurde ich auch schon angesprochen und bald waren wir ca. 8 Personen, darunter zwei deutsche Mädels um die 20 aus Karlsruhe und eine junge Frau aus Kalifornien vom Stamm der Navajo. Mit ihr unterhielt ich mich sehr angeregt nebenher über ihr Volk und dessen Probleme.
Die Tour war sehr kurzweilig, informierte uns über die Bauweise der Inkas und was die Spanier davon zerstörten, um ihre Kirchen darauf zu bauen und führte uns am Ende in eine kleine Kneipe, wo wir in die Zubereitung eines Pisco Sour eingeführt wurden, natürlich mit Verköstigung!
Danach ging die Gruppe auseinander und ich beschloss ein kleines Restaurant auszuprobieren, das mir morgens schon auf dem Weg nach unten in die Stadt aufgefallen war. Hier wurde mit frischen, unbehandelten Produkten aus eigenem Anbau im Heiligen Tal (wo ich auch bald sein werde) gekocht und ich entschied mich für einen Alpaka-Burger und eine Karottenlimonade! Bald wurde mir der kreativste Burger aller Zeiten vorgesetzt samt einem sehr leckeren Saft.
Ich war zwar der einzige Gast, aber ich wollte nicht so spät essen und nahm das daher gern in Kauf. Hochzufrieden kehrte ich in die Casa de Ingrid zurück.
Von meinem iPad gesendet









































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