17.3.
Da meine nächste Station im 'Heiligen Tal' lag, verband ich den Ortswechsel mit einer Tour, die als letzten Punkt Ollantaytambo anfuhr, meine neue Adresse. Morgens wieder das gleiche Prozedere: um 8:30h erscheinen, dann warten, warten ... Gegen 10h tauchte schließlich der schon halb volle Bus auf und lud die restliche Gruppe ein. Ich landete neben einem Amerikaner aus Wisconsin, der mit Frau, Sohn und Tochter unterwegs war und bald ergab sich eine angeregte Unterhaltung mit der gesamten Familie. Auch die Kinder waren sehr gesprächig und so wurde die Fahrt sehr kurzweilig. Ein kurzer Fotostopp mit Blick auf das Sacred Valley ließ schon erahnen, dass meine Entscheidung, nämlich einen längeren Halt hier einzulegen, sicher gut war.
Pisaq war unser erstes Ziel und wir fuhren zunächst die Ruinen oberhalb des Ortes an.
Nach einer kurzen englischen Einführung durch den Reiseleiter konnten wir 40min alleine auf Entdeckungstour gehen und bei dem einsetzenden Nieselregen war das auch genug. Auffallend waren zunächst die vielen Löcher in einer Felswand gegenüber der Ruinen und wir erfuhren, dass man hier die Toten bestattet hatte, auch in Sitzhaltung und wahrscheinlich mumifiziert. Ansonsten gab es halt die üblichen Mauerreste und eine beachtliche Anzahl von Terrassen für den damaligen Anbau.
Mit 10-minütiger Verspätung kam ich mit der amerikanischen Familie am Bus an, doch außer uns war noch keiner da. Ca. 30-40 min später waren schließlich alle versammelt (soviel zur südamerikanischen Pünktlichkeit!) und es konnte weitergehen. Pisaq ist für den Markt am Sonntag sehr bekannt und wird in allen Berichten besonders hervorgehoben und heute war Sonntag, deshalb waren alle sehr darauf gespannt. Unser Bus hielt auch dort, doch der Guide meinte, wir würden jetzt erst mal eine Werkstatt mit Silberbearbeitung besuchen, danach blieben noch ein paar Minuten Zeit für den Markt. Da hatte er aber die Rechnung ohne die ausländischen Besucher gemacht! Die Amerikaner sowie eine rumänische Touristin begannen sich mächtig zu wehren: Man hätte ihnen eineinhalb Stunden für den Markt versprochen und die wollten sie auch haben! Der Guide meinte, das sei nicht möglich, denn wir hätten ein Mittagessen in Urubamba inbegriffen und das würde sonst nicht reichen! Fast alle von uns boykottierten die Silberdemonstration und verteilten sich über den Markt. Ich war überrascht wie leer er war, wenn er doch als eine solche Touristenattraktion gepriesen wurde... Kyle, der 17-jährige Sohn schloss sich gleich mal mir an und wie Mutter und Sohn schlenderten wir über den Markt. Als er wegen einer Sache verhandelte und die Verkäuferin auch im Preis runterging, meinte er zu ihr, da müsste er erst seine Mutter fragen und deutete nach hinten. Sie schaute mich groß an und ich erklärte ihr, dass ich nicht die Mama dieses jungen Mannes sei!
Als ich sah, dass sich eine Gruppe argentinischer Touristen aus unserem Bus zurück zum Treffpunkt bewegten, sagte ich zu Kyle, dass es Zeit zum Umkehren sei. Am Bus wie immer das gleiche Bild: nur eine Handvoll der Mitfahrer stand brav da, der Rest war noch über den Markt verteilt. Auch Kyles Familie war noch fest am Shoppen. Sie waren nur für 9Tage während des Spring Breaks auf Reisen und mussten jede Minute ausnützen! Der Guide wurde langsam sehr ungehalten (wahrscheinlich bekam er diesmal keine Provision im Silberschmuckladen!) und drängte zum Aufbruch. Schließlich war die amerikanische Familie vollständig, aber zwei südamerikanische Mädels fehlten immer noch. Als sie dann auch noch auftauchten, konnte die Fahrt zum Mittagessen weitergehen. Dazu muss erwähnt werden, dass der Guide wegen fehlender Sitzmöglichkeit die ganze Zeit stehen musste, worüber sich vor allem die rumänische Touristin aufregte und der Organisation Vorwürfe machte. Womit sie ja eigentlich Recht hatte.
Etwa eine Dreiviertelstunde später erreichten wir Urubamba und wurden, zu unserer großen Überraschung auf verschiedene Restaurants verteilt. Beth, die Amerikanerin, vermutete, dass jetzt alle, die sich vorher aufgeregt hatten, in ein schlechteres Restaurant abgeschoben würden...! Was sich dann aber im Nachhinein als falsch erwies und alle ein reichliches Büffet vorfanden. Für mich war es ein bisschen schade, denn ich landete natürlich woanders und saß dort ganz allein am Tisch; aber wir hatten eh nur 45min Zeit und die gingen schnell rum, denn es gab auch ein Dessertbüffet, das ich zweimal besuchte!
Als letzte Station fuhren wir nun Ollantaytambo an und ich seilte mich von der Reisegruppe ab, denn die Ruinen hier wollte ich mir am nächsten Tag ohne Zeitdruck in Ruhe ansehen.
Schon bei der Ankunft gefiel mir der Ort auf Anhieb und ich freute mich, dass ich gerade hier 3 Extranächte eingeplant hatte.
Schon bei der Ankunft gefiel mir der Ort auf Anhieb und ich freute mich, dass ich gerade hier 3 Extranächte eingeplant hatte.
Mit einem Tuktuk ließ ich mich zur Unterkunft fahren, die etwas außerhalb des Ortes lag. Dort wurde ich von Carlos und seiner Mutter ganz herzlich begrüßt. Die beiden führen seit eineinviertel Jahren ein Hostel und ich war zur Zeit der einzige Gast. Sie haben auch in den Bergen eine kleine Farm und leben so gut wie autark und sehr gesund. Ich bekam immer extra noch leckere Pfirsiche von ihrem Stück Land. Man wird hier sofort in die Familie integriert.
Genau der richtige Ort, um mal zu entspannen!
C
Genau der richtige Ort, um mal zu entspannen!
Ausblicke von der Terrasse
Fast wie im Allgäu! :)









































Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen