Samstag, 16. März 2019

Bei den Uros und auf der Insel Taquile

12.3.

In vielen Foren betonen Traveller immer wieder, dass sie nicht zu den Uros gingen, weil es so touristisch sei. Nachdem ich einen Bericht über diese Volksgruppe gesehen hatte, wurde mir klar, wie wichtig der Tourismus zum Überleben für sie ist und beschloss gerade deshalb mir das mal anzusehen. Am Ende wurde es sogar ein sehr spaßiger Besuch!



 






Mehrere Familien leben auf so einer schwimmenden Insel, die von unterschiedlichen Touristenbooten angefahren werden.

Wir wurden schon erwartet und stapften neugierig über das Schilf zum zentralen Platz der kleinen Insel. Dort erklärte uns die quasi ‚Bürgermeisterin’ der schwimmenden Gemeinde, wie diese Inseln samt Häuser gebaut werden und anschließend durften wir uns frei umsehen und fotografieren. Eine der Frauen lud uns ein in ihr Haus zu folgen, wo diverse Kleidungsstücke aufgehängt waren und ehe wir uns versahen, waren wir in Urostracht gehüllt!










Da staunt sogar der Kleine!

Um sich auf dem See fortzubewegen, haben die Uros kleine Boote; für größere Gruppen benützen sie den ‚Mercedes Benz‘, wie sie spaßeshalber ihr großes, aufwendig gestyltes Boot nennen. Für 10 Soles extra durften wir auch damit ein Stück weit fahren - klar, dass da jeder mit drauf wollte!
Als ich ihnen erzählte, dass ich aus der Mutterstadt des Mercedes Benz käme, strahlten sie alle! Natürlich sollten wir auch hier Souvenirs kaufen und ich rang mich zu einem Anhänger am Lederband durch. Mein Standardsatz 'Yo estoy viajando con mi mochilla y  no tengo espacio' - 'Ich reise mit meinem Rucksack und habe keinen Platz' erspart mir immer den Kauf von großen Objekten!







Nach dem Besuch bei den Uros nahmen wir Kurs auf die Insel Taquile. Dort sollten wir eine andere Volksgruppe am Titicacasee kennenlernen.





Wir waren ziemlich lange mit dem Boot unterwegs, ich genoss aber die Luft und Aussicht auf dem Oberdeck. Nachdem wir angelegt hatten, hieß es erst mal wieder viele Stufen hinaufklettern und der ältere Teil der Gruppe hechelte gleich mal wieder den Jungen mit Abstand hinterher. Es gab 3 Tore zu erreichen und nach dem dritten atmete jeder erleichtert auf!






Geschafft!!!

Nun gingen wir gemeinsam in ein kleines Restaurant, wo das Mittagessen auf uns wartete: eine Quinoa-Gemüsesuppe und dann Forelle mit Omelett, Reis und Kartoffeln. Während des Essens erklärte uns der Guide, dass sich die ledigen und die verheirateten Männer an den Mützen unterschieden. Und dass es sich hier um eine patriarchalische Gesellschaft handelte, in der die Frauen stets hinter den Männern zu gehen hatten! Definitiv nix für mich, deshalb waren mir auch die Mützen der Männer egal! Danach blieb noch kurz Zeit sich den großen Marktplatz anzuschauen, wo natürlich auch ein Laden mit tausend Stricksachen auf Käufer wartete!











Ansonsten gab es hier nicht viel zu sehen und ich denke, unser Besuch soll den Menschen hier auf dieser abgelegenen Insel eben auch ermöglichen, an der sprudelnden Geldquelle des Tourismus etwas teilzuhaben.
Unser Guide hatte noch erklärt, dass es keine Polizei auf der Insel gibt, da es keine Verbrechen gäbe und ansonsten die Inselbewohner alles selbst regeln. Eine richtig heile Welt offensichtlich, was man beim Anblick der Landschaft gern glauben möchte.



In unserer Gruppe war auch eine sympathische Bolivianerin Mitte Dreißig, die aber in Santiago de Chile lebt und auch alleine unterwegs war. Mit ihr habe ich mich sehr nett unterhalten.



Die Rückfahrt mit dem Boot zog sich ganz nett lang hin und wir steuerten geradewegs auf eine große Regenwand zu. 
 



So erreichten wir Puno bei Regen und ich ließ mich erst mal zum Hotel bringen, denn der Transfer war mit eingeschlossen. Als ich dann so auf meinem Bett lag und mir noch eine Tasse Tee vom Flur geholt hatte, schwand die Motivation zusehends, das Haus noch mal zu verlassen und ich genehmigte mir stattdessen zum Tee noch eine paar leckere Kekse mit Minzgeschmack! 



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