10.3.
Meine anfängliche Begeisterung für das Hostal bekam einen weiteren Dämpfer, als ich unter die Dusche wollte und das Wasser nur lauwarm war. Noch ein Abzugspunkt!!! Und dabei hatte ich gestern noch spontan überlegt, den Aufenthalt hier zu verlängern und dafür Puno sausen zu lassen. Dort konnte ich aber nicht mehr kostenlos stornieren und so ließ ich den Gedanken wieder fallen.
Nach dem Frühstück (immerhin mit Eiern) gab ich meinen Schlüssel ab (damit Reparaturen durchgeführt werden konnten!) und marschierte zum Hafen. Das Boot brauchte fast 2 Stunden bis zur Isla de la Luna, die schmale, nur 2,8km lange Nachbarinsel der Isla Del Sol, die wir als erstes ansteuerten. Schon vom Boot aus sah man die Inka Ruinen. Wir hatten nur 45 Minuten Zeit, was nicht mal zur Besteigung der höchsten Erhebung der Insel reichte, da wir schon mal mit 30 min Verspätung losgekommen waren - aber was soll's. Aufregen lohnt sich nicht. Kurze Zusatzzinfo: Während der 1940er Jahre fungierte die Insel als Boliviens wichtigstes Gefängnis bzw. Konzentrationslager!
Copacabana vom See aus
Isla de la Luna
Hinter mir der Tempel der Jungfrauen!!!
Wozu die Inkas die wohl hier gehalten haben?
Danach ging's zur Sonneninsel und keiner auf dem Boot hatte ne Ahnung, wo was auf der Insel zu finden war. Wir hatten offensichtlich nur den Transfer gebucht, Guide war nicht mit drin. Aber als wir in einem kleinen Hafen anlegten, konnten wir schon die nächsten Inka Ruinen sehen; und ab da sollten wir alle einen Weg entlang wandern, um zu einem größeren Hafen zu gelangen, wo uns das Boot wieder einsammeln würde. Alle marschierten los und ich blieb atemtechnisch etwas zurück, was den Vorteil hatte, dass mir keine Touristen im Bild herum sprangen. Ein kleines Mädchen mit einem lustig aussehenden Schaf wollte Geld für ein Foto und ich dachte: Warum nicht? Wir Touristen sind die fast einzige Einnahmequelle, die sie haben, und die vielen Dinge, die einem überall angeboten wurden, wollte ich nicht. Aber ich habe sie dann von 5 (62ct) auf 2 (24ct) Bolivianos heruntergehandelt. Man muss ja nicht jeden Preis akzeptieren!
Was gab's sonst noch sehen? Wunderschöne Ausblicke und noch einen Inka Brunnen, zu dem viele Stufen hinaufführten. Wir hielten uns übrigens nur im Südteil der Insel auf, da sich der Norden wegen eines Streits mit dem Südteil abgespalten hat und keine Touristen mehr rein lässt. Nun sind einige bedeutende Ruinen momentan gar nicht mehr zugänglich.
Tonquader als Baumaterial
Gegen 17 Uhr waren wir wieder in Copacabana und ich beschloss heute noch mal Forelle zu essen und zwar in einem der 'Kioske' der Einheimischen entlang des Hafens. Dort war es viel einfacher, aber auch einiges preiswerter als in den normalen Touri-Lokalen. Ich bestellte mir Forelle mit Zitrone und trank dazu ein Bier. Die Flasche war aber so groß, dass ich sie nicht ganz schaffte und dem Mann am Nebentisch anbot. Der schien sehr erfreut und zögerte nicht lange. Er war, glaube ich, der Mann der Standbesitzerin. Ich hatte übrigens aus einem Glas getrunken!!
Danach ging ich zurück zum Hostal und besorgte mir auf dem Weg noch ein Busticket nach Puno. Bisher hatte das Wetter super gehalten, aber nun zogen dunkle Wolken auf und ich dachte, es wäre gut weiterzuziehen. Dann große Erwartung: war das Waschbecken repariert?? Nein, natürlich nicht, aber die Tochter des Besitzers ging mit mir nach oben um nachzusehen, was man tun könne. Wir schauten zusammen die Sache an und stellten fest, dass das Abflussrohr, das in die Wand führte, schlichtweg zu kurz war! Sie drückte es noch in die Wand, was die Sache für den Moment zwar besser machte, aber keine Lösung war! Keine Ahnung, warum ihr Vadder kein Kunststoffrohr hatte auftreiben können, das 5cm länger war!?!? Na ja, die Nacht würde ich noch rumkriegen, lief mein Zahnputzwasser halt wieder in den Putzlumpen! Entsprechend wird halt auch die Bewertung bei Booking.com ausfallen. (Da kenn' ich inzwischen nichts mehr!)




























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