Freitag, 22. März 2019

Hinunter nach Aguas Calientes

Um 10:30 holte mich ein Tuktuk ab und brachte mich und meine 2 Rucksäcke zum Bahnhof. Kurz vorher hatte es angefangen zu regnen, so quasi als Zeichen für mich, dass es an der Zeit war zu gehen!
Am Bahnhof war ein riesen Tumult als der Zug einfuhr, und ich fand mich in einer Horde Pauschaltouristen aus Asien und USA wieder. Man hatte natürlich nummerierte Plätze und zu meiner großen Freude hatte ich einen Fensterplatz, der, wie sich bald herausstellte, auch noch auf der besseren Seite war. Das frühe Buchen hatte sich also gelohnt.
Gegenüber von mir saßen zwei ältere Damen aus Mallorca und wir unterhielten uns ganz nett auf Spanisch!!! Neben mir eine junge Frau der Chinesengruppe(?), die die halbe Fahrt verschlief.
Die Fahrt selbst führte durch sehr abwechslungsreiche Landschaften und auch beim Start zum Inka Trail vorbei. Da war ich schon sehr froh, dass ich nun nicht 4 Tage bergauf steigen musste, sondern gemütlich im Zug saß, vor allem, als ich irgendwann eine Gruppe Wanderer mit farbigen Regencapes hoch oben am Berg entlang krebsen sah... Bei diesem Wetter sicher nicht der absolute Hype!
Unser Zug folgte die ganze Zeit einem reißenden Fluss, dem Urubamba, der mächtig Wasser mit sich führte. Was mich zunächst irritierte, war, dass wir flussabwärts fuhren - ich war zunächst der Meinung, nach Machu Picchu ging es hoch! Aber Ollantaytambo liegt 2800m hoch und Aguas Calientes nur etwas über 2000m. Selbst Machu Picchu bringt es nur auf 2400m!






Nach 1 Stunde 40min war Ankunft in Aguas Calientes und ich schnappte meine Rucksäcke. Hier ist nun leider nix mit Tuktuk, denn der Ort liegt so am Hang, dass nur Fußmarsch möglich ist. Mit meinem Handynavi suchte ich mir den Weg zur angegebenen Adresse, aber oh Wunder: die Hausnummer war eine Baustelle! Eine Frau gegenüber meinte, es würde noch ein anderes Hotel dazugehören und zeigte mir die ungefähre Richtung an. Weiter vorne fragte ich dann noch einmal eine Art Polizist und der führte mich direkt dorthin. (Musste aber auch erst telefonieren!)
Nun landete ich in einem Hotel mit anderem Namen, aber direkt an einem Seitenfluss des Urubamba. Beim Check-in wurde ich gefragt, ob ich ein Zimmer mit Licht (also Fenster) oder ohne wollte!?!? Hallo? Was für eine Frage! Nun habe ich einen schönen Blick auf den Seitenfluß und die ganze Nacht Wildbachrauschen!
Links und rechts vom Hotel wird emsig gebaut, wie auch an vielen anderen Stellen in Aguas Calientes; offensichtlich sieht man hier noch viel Potential im Tourismus!


Ein berühmter Inka - und dahinter mein Hotel



Wie auf Bestellung kam auf einmal die Sonne raus: Das Zeichen für mich, die Stadt zu erkunden! Der ganze Ort existiert nur wegen der vielen Besucher aus aller Welt und besteht eigentlich nur aus Marktständen, Hotels und Restaurants. Ich suchte als erstes zunächst mal die Thermalbäder, denn Aguas Calientes heißt ja 'Warme Wasser'. Auf dem Weg dorthin wurde mir von mehreren Frauen 'Massage' angeboten und ich dachte mir, dass sich das ja sehr gut mit dem Bad verknüpfen ließe!! Also habe ich schon für den Tag nach der Wayna Machu Picchu-Besteigung ein ansprechendes Programm!


Der wilde Urubamba



Die nette Dame hat mir einen Kugelschreiber und einen Anhänger geschenkt! Gerade sind Kunsthandwerktage in Aguas Calientes





Aber schräge Hunde haben die hier schon...!


Nun meldete sich mein Magen und dank TripAdvisor fand ich wieder eine sehr gute Adresse. Und dann saß ich direkt über dem wilden Urubamba und genoss meinen Pisco Sour und ein leckeres Essen!






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