27.3.
Gegen 19h war ich wieder in meiner Unterkunft und stieg auch schon bald darauf ins Bett. Das Einschlafen gelang durch mein frühes Aufstehen recht gut, trotzdem wachte ich mehrmals auf, wohl aus Angst zu verschlafen, was ich dann aber nicht tat, sondern brav in der Lobby wartete. Da tat sich aber ein Problem auf, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte: innen war noch mal ein schmiedeeisernes Tor, das abgeschlossen war und ich hatte keine Ahnung, wo der Schlüssel war! Ich probierte sämtliche Schlüssel, die ich find konnte, aber nix ging! Ich rief ein paar Mal 'Hola' im Innenhof, aber niemand erschien. Na toll, wenn der Bus kam und mich abholen wollte, kam ich nicht raus! Irgendwann klingelte es auch und plötzlich erschien ein junger Mann aus einem Zimmer und schloss auf! Er hatte wohl Nachtwache, aber mich nicht gehört! Also stieg ich in den Bus und müde Gesichter schauten mir entgegen! Wir hielten noch zweimal und luden den Rest ein - dann ging's in Richtung Colca Canyon.
Da es draußen Kuhnacht und nichts zu sehen war, kuschelte ich mich in meine mitgebrachte Decke und versuchte zu schlafen, was aber nicht wirklich gelang. Es war echt kalt, ich hatte das irgendwie unterschätzt. Gegen sechs Uhr hielten wir zum Frühstück in einem kleinen Ort und es ergaben sich erste Gespräche bei einem heißen Tee und Marmeladebroten.
Weiter ging's mit diversen Stopps, z.B. in einem kleinen Ort, dessen Kirche und einige Gebäude vor ein paar Jahren bei einem heftigen Erdbeben stark beschädigt wurden. Es gibt ja jede Menge Vulkane in dieser Gegend und ab und zu rumort auch einer. Und an jedem Stopp empfingen uns massenweise Stricksachen und andere Souvenirs, die uns mit hoffnungsvollen Blicken angeboten wurden. Oder Frauen in malerischen Trachten mit einem niedlichen, kuschelweichen Babylama oder einem witzig aussehenden, ausgewachsenen Tier, die sich für's Foto anboten.
In einem Ort tanzten ein paar Frauen in weiten Röcken um einen Brunnen und drehten sich am laufenden Band, ähnlich wie die türkischen Derwische! Ab und zu hüpften sie auch. Aus einem Lautsprecher kam dazu laute 'super fröhliche' Musik und die ganze Szene wirkte äußerst strange! (Erst später fand ich durch Zufall heraus, dass es sich dabei um den Wititi-Tanz handelte, einen von der UNESCO als traditionell wertvoll eingestuften Tanz! Das zu erklären wäre eigentlich Aufgabe der Reiseleiterin gewesen!)
Dann endlich Halt mit wunderbarem Blick auf den Canyon und ich wusste: Der Ausflug hat sich gelohnt!
Endpunkt war der Condor Point und tatsächlich: El Condor pasa!!! Und nicht nur einer, da saßen gleich drei ganz brav auf einem Stein, die sich nach kurzer Zeit in die Lüfte erhoben, begleitet von einem begeisterten Ahhhh der vielen wartenden Touristen. Wir waren also genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen!
Auch im Colca Canyon gibt es heiße Quellen, wo man einen Badestopp einlegen konnte. Aber ich hatte in Aguas Calientes genug gebadet und verzichtete heute, zumal nur etwa 45min zur Verfügung standen. Mit ein paar anderen Teilnehmern spazierte ich stattdessen über eine Brücke am Fluss und schaute mir die Badeanlage von außen an.
Anschließend war Zeit zum Mittagessen und ich hatte für 20 Soles (ca. 5€) ein Büffet dazu gebucht. Die Auswahl war echt beachtlich und man wurde gut satt.
Der nächste Halt war in einem Ort mit äußerst merkwürdigen Figuren auf Sockeln rund um den Hauptplatz. Und dann gab's da noch einen Cocktail, den Colca Sour, der aus einer Kakteenfrucht hergestellt wird, die ein bisschen an Kiwi erinnert und auch so schmeckt. Das musste ich natürlich probieren! Und war lecker, wenn auch nicht so lecker wie ein Pisco Sour!
Der letzte Halt war auf 4910m, wo wir wohlgemerkt mit dem Auto hinfuhren, um einen Blick auf die Vulkane der Zentralanden zu werfen. Dort zog es mächtig und ich war voller Bedauern mit den Frauen, die da ausharrten, um ihre Wollkleidung und anderes an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Leider waren wir nicht die richtige Zielgruppe, denn jeder machte schnell sein Fotos und hüpfte auch schon wieder in den Bus.
Gegen vier waren wir zurück in Arequipa und ich ruhte mich nur kurz im Hostal aus, um danach noch mal loszuziehen, denn ich wollte mich noch mit Bargeld für die nächsten Tage eindecken. So streifte ich noch ein bisschen durch die Sträßchen von Areqipa, schlotzte ein Eis und beobachtete das abendliche Treiben rund um die Plaza de Armas.
Irgendwie fehlte mir aber zum Ausklang noch etwas und ich beschloss mir noch einen Pisco Sour am letzten Abend zu genehmigen. Also machte ich mich auf die Suche nach einer netten Location, und da es plötzlich zu tröpfeln anfing, entschied ich mich für eine kleine Bar direkt neben meiner Unterkunft La Reyna Hostal. Ich war zwar der einzige Gast, was mich aber nicht störte, da laute Musik lief und ich nebenher in Ruhe meine Fotos durchgehen konnte.
Dann ging ich zurück zu meinem Zimmer und setzte mich noch kurz auf meine gemütliche Terrasse. Und wie es der Zufall so will, kam eine junge Frau die Treppe rauf und fragte mich wo ich denn her käme. Sie hätte mich in der Bar gesehen und überlegt, ob sie sich dazu setzen sollte; nahm dann aber an, ich würde auf jemanden warten. Es war Anna aus Köln, auch alleine unterwegs und Pisco Sour Liebhaberin! Ganz spontan beschlossen wir zu der Bar zurückzukehren und bei einem Cocktail uns auszutauschen. Aus einem wurden dann zwei Piscos und wir hatten einen super lustigen Abend!!! Die Botschaft unserer Gläser passte voll in unsere Lebensplanung! :)





















































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