31.3.
Da mich der Bus von Cruz Del Sur so begeistert hat, bin ich der Busgesellschaft treu geblieben und habe mir dort ein Ticket nach Ica besorgt. Ich saß wieder im oberen Stock mit Fensterplatz und viel Beinfreiheit. Insgesamt waren wir eh nur ca. 7 Personen insgesamt und hatten den ganzen Bus für uns. Die Fahrt dauerte etwas über 2 Stunden und ich schaute mir wieder die Landschaft an. Wir fuhren auf der Panamericana, die mitten durch die Nazca-Linien führt. Entweder hat man, als sie entstand, noch gar nix über die Existenz dieser Linien gewusst oder ihre Bedeutung einfach dem bolzgeraden Verlauf der Straße untergeordnet.
Hier noch ein Teil der Nazca-Linien
Verlauf der Panamericana
Ein kleiner Minitornado hat sich gebildet
Immer wieder beeindruckend, wenn plötzlich in der Wüstengegend
eine grüne Oase mit Landwirtschaft auftaucht
In Ica brachte mich ein Taxi (nach den obligatorischen Preisverhandlungen) zur nächsten Unterkunft, die nicht mal ein Namensschild außen hatte, was mich etwas wunderte. Der Taxifahrer stieg aus und suchte die Klingel; da kam auch schon eine Frau heraus und übernahm mich. Sie ging um das Haus herum, schloss eine schmale Tür auf und ging vor mir eine noch schmalere Eisentreppe hinauf. Das Ganze machte auf mich einen mehr als einfachen Eindruck - aber das Beste kam noch: Sie schloss das Zimmer auf, das eigentlich recht groß war und zwei Betten hatte, eines davon ein Doppelbett. Aber: das Doppelbett war belegt und sie eröffnete mir, dass da noch ein männlicher Reisender schlafen würde, er aber morgen abreisen würde und ich dann das Zimmer für mich hätte! Seine Kleidung hatte er ordentlich auf dem Bett aufgeschichtet, was ja eigentlich ein gutes Zeichen war; doch ich hatte null Bock, hier auf gemischten Schlafsaal zu machen. So ließ ich schon durchblicken, dass mir die Situation gar nicht behagte, machte jedoch zunächst gute Miene zum bösen Spiel. Kaum war die Dame des Hauses weg, durchforstete ich Booking.com und sah mir die Stornierungsmodalitäten an. Alles stand zu meinen Gunsten: Ich konnte noch am gleichen Tag bis abends 18h kostenlos stornieren und fand eine nette Alternative mit Frühstück und nettem Garten für nur wenig mehr. Und: Es war nur um zwei Ecken entfernt! Ich machte mich also sofort auf den Weg dorthin, war begeistert und machte alles klar. Dann holte ich mein Gepäck, teilte bedauernd der Vermieterin meine Stornierung mit und ließ mich von einem Tuktuk hochzufrieden zur neuen Bleibe fahren. Sollte der junge Mann das Zimmer noch eine weitere Nacht alleine genießen...
Zwar hatte ich 4 Nächte in Ica eingeplant, doch auch die Tage wollen irgendwie geplant werden und so suchte ich nach einem Touranbieter rund um die Plaza de Armas. Als ich die Angebote durchging, stach mir gleich der Cañón de los Perdidos ins Auge: Er ist recht weit weg, quasi mitten in der Wüste und die Tour findet nur bei genügend Teilnehmern statt. Zufällig war genau für den nächsten Tag eine Tour im Angebot, zwei andere Touris hatten schon gebucht und ich konnte mich dranhängen. Für knapp 30€ zwar kein Schnäppchen, aber schon die Aussicht, dass nur wenige Touristen sich dorthin bewegen, erhöhte den Reiz. Die Abholung erfolgte direkt am Hotel und um 6:30h, was für mich ja gar kein Problem mehr war. Na also, ein Anfang war gemacht!
Ich hatte gelesen, dass in der Nähe meiner Bleibe eine Mall sein soll, die ich als letzten Akt heute noch aufsuchte. Zu meiner großen Überraschung war sie ganz gut bestückt, unter anderem mit einem riesen Supermarkt und so deckte ich mich mit ein paar Lebensmitteln ein. In der Obstabteilung fand ich die Frucht, auf die mich der Kolumbianer in Cusco aufmerksam gemacht hatte: das Fruchtfleisch ist etwas schlonzig mit weichen Kernen drin und nennt sich Granadilla. Also, mir schmeckt's - aber für die Hanne ist's sicher nix!!!














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