Dienstag, 16. April 2019

Beim einsamen George im Darwin Forschungszentrum

11.4.



Tja, wo fängt man hier an? Ich entschied mich für das Nächstgelegene: Die Schildkrötenstation im Charles Darwin Forschungszentrum. Es gibt dort einen schönen Rundkurs mit interessanten Infotafeln, die ich mir alle in Ruhe ansah, bis ich schließlich zu meinem Lieblingsort fand: das Gehege mit den Riesenschildkröten! Es ist von einer Mauer umgeben und hat an einer Stelle ein Gittertor, in dessen Nähe sich eines der Tiere aufhielt. Ich ging drauf zu und kaum hatte mich die Schildkröte entdeckt, kam sie neutering näher und streckte den Kopf durchs Gitter, sodass ich ihn hätte berühren können, wenn ich gewollt hätte. Ich hätte nie gedacht, dass es mir möglich sein würde so nahe an ein Tier heranzukommen und machte tolle Fotos mit meinem Handy. Es handelt sich hier übrigens um 14 männliche Tiere (ohne Frauen!), die ab und zu - ihrem Trieb folgend - aufeinander herumkraxeln, aber nix draus lernen! Dabei sind sie erst 30-40 Jahre alt.




Wenn sich Schildkröten Witze erzählen...!




Ein bisschen Spaß muss sein...!

Es gibt auch Gehege mit den ganz kleinen Schildkröten, die von den verschiedenen Inseln kommen und mit Farben und Nummern genau zugeordnet werden können. Später werden sie dann dort wieder ausgesetzt.






Ja, und dann gibt es dort tatsächlich eine Art Mausoleum: Hier ist der Lonesome George zu besichtigen! Man betritt zunächst einen Raum und wird in dieser Kälteschleuse selbst kräftig heruntergekühlt. Erst dann darf man zu George! Wer aber ist George? Hier kommt seine Geschichte:

1971 wurde die letzte überlebende Schildkröte auf Pinta Island gefunden und 1972 zum Schutz in die Aufzuchtstation gebracht. Man suchte weltweit nach einem weiblichen Partner, um das Überleben der Gattung zu sichern... Aber leider wurde man nicht fündig und der gute George verstarb 2012 im ungefähren Alter von 130 Jahren ohne Nachkommen. Als wirklich Letzter seiner Art wurde er präpariert und bei konstant tiefen Temperaturen hier ausgestellt. Aus diesem Grunde müssen auch alle aus der Hitze kommenden Besucher erst heruntergekühlt werden. Hinterher wird man in einer weiteren Schleuse wieder aufgewärmt, bevor man hinaus geht.





Da jede der Insel ihre eigene Tierwelt und oftmals auch Gattung besitzt, sind alle Schildkröten unterschiedlich und haben sich im Laufe der Zeit ihrer Umwelt angepasst, wie man an den verschiedenen Panzern sehen kann: Tiere mit vorne extrem hochgewölbtem Panzer und langem Hals kommen aus trockenen Gegenden; sie ernähren sich von Blättern, die weit oben hängen und müssen dazu den Hals extrem weit herausrecken. Andere Panzer nennt man 'Dome', weil sie rundum gewölbt sind und die Schildkröten ihr Futter in Bodennähe finden.

Aber es gab noch anderes zu entdecken:





Eine seltsame Spinne im Netz









Nachdem ich noch sämtliche Videos unterwegs und im Center angesehen hatte, relaxte ich an einem kleinen Strand ganz in der Nähe und war hochzufrieden mit mir und der Welt!




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