Mittwoch, 10. April 2019

Lima Downtown am Tag


7.4.

Vorgestern bekam ich eine Whatsapp von Anna, die ich in Arequipa kennen gelernt hatte, und sie kündigte an, dass sie am 6.4. nach Lima kommen würde. Natürlich verabredeten wir uns für den Nachmittag auf einen (?) Pisco und praktischerweise wohnte sie auch nicht weit weg von mir.

Am Morgen hing ich noch ein bisschen im Hostal rum und beschloss spontan, doch noch mit dem Taxi ins Stadtzentrum zu fahren. So kam ich zu meiner ersten selbstbestellten Uber-Fahrt und landete bei Juan Carlos aus Venezuela im Auto. Er erzählte mir, dass er erst seit einem Jahr in Lima sei und hier wieder ganz unten anfangen musste. In Venezuela hatte er einen guten Job und ein Haus besessen, und nun lebte er mit seiner Frau in einer kleinen Wohnung. Sein erster Job war als Security Guard, und nun fuhr er mit seinem geleasten Auto Taxi. Er war sehr sympathisch und freundlich, ich denke, er wird seinen Weg sicher machen, auch wenn es nicht einfach ist, vor allem, weil viele Peruaner durch die vielen Flüchtlinge aus Venezuela diese zunehmend als Konkurrenz empfinden, denn sie strengen sich in den Jobs mehr an und sind sich für vieles nicht zu schade. Eine Entwicklung, die wir aus Deutschland gut kennen!


An der Plaza de Armas (wo sonst!?) stieg ich um 12h mittags aus und landete mitten in einer großen Prozession, die sich in der Kathedrale formierte und langsam ins Freie kam. Viele Männer trugen lila Gewänder, aber mein Spanisch reichte leider nicht aus, um deren Bedeutung zu erfragen. Ich bekam nur so viel raus, dass ein Bildnis von Jesus auf einem Altaraufbau zu einer anderen Kirche getragen wurde, was sich jedes Jahr wiederholte. Dieses war aber nur eine von vielen Prozessionen auf dem Platz und bald würde die Semana Santa beginnen, wo noch viel mehr geboten sei. Aber ich fand schon die heutige Zeremonie sehr beeindruckend, zumal auch Militär in Reih und Glied aufgereiht stand und eine Militärkapelle spielte. Doch das Ganze zog sich ewig in die Länge, da der große Platz wohl umrundet wurde... Da machte ich mich dann irgendwann vom Acker.










Ich wanderte auf gut Glück durch die engen Straßen und erkannte das eine oder andere Gebäude von meiner Nachtfahrt wieder, folglich war ich schon richtig. Es gab schöne Gebäude ohne Ende und ich machte viele Fotos. Ein Eis und später Kaffee und Kuchen hielten mich bei Kräften, bis ich dann gegen halb vier nach einem Taxi Ausschau hielt.

























Vor meinem Rückflug nach Deutschland in drei Wochen würde ich ja noch mal eine Nacht in Lima verbringen und ich hatte schon das Zimmer in meinem Hostal klargemacht. Dann kam mir die geniale Idee, dass ich ja, wie in Cusco, einen Teil meines Gepäcks deponieren könnte und bekam auch grünes Licht vom Hostal. Also begann ich mit dem Sortieren, was alles hier bleiben konnte und reduzierte meinen Rucksack auf 9,5 Kilo!



Anna meldete sich auf einmal, sie war schon in ihrer Unterkunft, und so machte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt. Bevor wir uns ein Restaurant suchten, musste ich noch schnell einen Baby Alpaka Pullover runterhandeln, den ich schon seit zwei Tagen im Auge hatte!! 

An der Plaza Kennedy gibt's einen Park, in dem zur Abwechslung mal Katzen frei rumspazieren und in dem sich sonntags tanzfreudige Menschen treffen; auch Maler stellen hier aus und hoffen auf Kundschaft. (Wir gehörten aber mit Sicherheit nicht dazu!).








Uns knurrte stattdessen der Magen und wir ließen uns in einem Restaurant mit interessanter Speisekarte nieder. Zuerst aber wollten wir unser Wiedersehen mit einem Pisco Sour feiern; doch auf der Karte fanden sich noch andere interessante Cocktails, die wir natürlich auch probieren mussten! Es wurde wieder ein sehr lustiger Abend!









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