Dienstag, 9. April 2019

Free Walking Tour in Barranco

5.4.

Neben meinem Viertel Miraflores liegt Barranco, ein angesagtes 'Künstlerviertel'. Ich hatte schon entdeckt, dass es dort Free Walking Tours gibt, die ich eigentlich in jeder Stadt mitmache, da die Guides meist junge Leute sind, die einen in versteckte Ecken führen, die man selbst nie oder erst nach langem Suchen entdeckten würde. Sofie und David schlossen sich mir an und zusammen marschierten wir zur Touri-Info ein paar Straßen weiter. Mit etwas Verspätung tauchte unser Guide Alexandro schließlich auf, aber er war so was von gut drauf, dass wir alle schmunzeln mussten und ihm willig folgten.
Mit dem Bus fuhren wir für 1 Sol ins besagte Viertel Barranco und wurden dort in eine spanische und eine englische Tour aufgeteilt. Alexandro, der hier wohnt, aber eigentlich in Miami geboren wurde und erst seit etwa 10 Jahren in Lima lebt, führte uns nun kreuz und quer und hatte jede Menge Infos und Geschichten drauf. Fotomotive gab es mehr als genug!

















Wurde von einer deutschen Familie Domeyer mal gebaut!


Am Ende rundete er die Tour gekonnt ab, indem er uns zu einem Eisstand führte, wo wir unbekannte Fruchtsorten versuchen konnten.






Wir waren immer noch im Viertel Barranco, wo sich die Gruppe nun auflöste und da ich zurück nach Miraflores wollte, fuhr ich mit Alexandro im Bus zurück. Er erzählte mir, dass er noch als Personal Trainer arbeiten würde und wir kamen auf Fitness und Ernährung zu sprechen. Er geht etwa 3 Mal die Woche ins Fitness Studio und hat einen genauen Ernährungsplan, außerdem steht er morgens um sechs auf dem Surfbrett... Und dann zieht er sein Handy raus und zeigt mir mitten im Bus ein Foto von sich mit nacktem Oberkörper...! Alter Schwede!!! Ich hätte am liebsten ein Foto vom Foto gemacht, hab mich dann aber doch nicht getraut!!! Schon dafür hat sich die Free Walking Tour gelohnt, haha!
Aber er hat mir auch anvertraut, dass er sein großes Glück noch nicht gefunden hätte, die Familie aber anfängt ein bisschen Druck zu machen von wegen Familiengründung und so. Aber die Mädels wollten nur Spaß (ich dachte, das seien hauptsächlich die Männer!?!?) und ansonsten klammern sie extrem, wollen alles mit dem Freund machen, rufen ständig an, um zu erfahren was man macht und wo man ist und geben einem keinen Freiraum! Da er in Miami aufgewachsen war, hatte er eine ganz andere Sozialisation durchlaufen und tat sich nun schwer mit der südamerikanischen Mentalität. Da er auch recht dunkelhäutig ist (obwohl sein Vater aus Spanien kommt und weißhäutig ist), spürt er oft eine Art Diskriminierung und wird auf Grund seines Äußeren in eine bestimmte Schublade gesteckt. Ach ja, selbst mit einem Luxuskörper hat man es offensichtlich nicht leicht!

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