6.4.
Seit September, als ich anfing meine Reise zu planen, fieberte ich dieser Tour entgegen und nun war es endlich soweit: Ich sollte schon bald im Pazifik schwimmen - von Seelöwen umgeben!!!
Ein kleines Problem ergab sich allerdings dann doch noch: es war gar nicht so leicht ein Taxi zu finden, das so weit fuhr - irgendwie hatte nicht automatisch jeder Taxifahrer die Lizenz um in die Hafengegend zu fahren, warum auch immer. Der Preis war auch dementsprechend, doch ich war schon knapp dran und froh überhaupt dorthin zu kommen, sodass für Handeln keine Zeit war. Wir machten 50 Soles aus, doch am Ende verlangte der Gauner dann 60!
Nun musste ich noch das Büro von Ecocruzeiros finden und als ich dort eintraf, war ich dann doch sehr erleichtert, denn nun stand diesem absoluten Highlight nix mehr im Wege!!! Da morgens der Himmel immer bedeckt ist, hatte ich mich für die Nachmittagstour entschieden und nun war der Himmel tiefblau und die Sonne strahlte von oben! Neben mir hörte ich plötzlich deutsche Laute und ich sprach die Dreiergruppe an. Volltreffer: Deutsche Jungreferendare, die in Lima ihren Schuldienst begannen und teilweise schon ein Jahr hier waren. Als quasi Kollege (wenn auch Ex!) ergab sich für uns genügend Gesprächsstoff und wir plauderten angeregt. Die Bootsfahrt wurde so sehr kurzweilig und wir genossen das herrliche Wetter und die Blicke auf die vorgelagerten Inseln.
Und dann kam der große Moment: Wir näherten uns einer kleinen Insel mit einer riesigen Seelöwenkolonie! Sie waren allerdings nicht nur zu hören, sondern auch zu riechen!!! Schnell zogen wir uns Neoprenanzüge über, bzw. die Jungs von der Besatzung halfen uns dabei, indem wir uns an der Decke an einer Stange festhielten und die Jungs die enge Haut flott an uns hochzogen!
Nacheinander sprang bzw. stieg jeder ins kalte Meer, wobei ich es vermied mit dem Kopf unter Wasser zu kommen, da es, na ja, nicht sehr klar war! Aber da musste man jetzt durch! In der Gruppe näherten wir uns nun den Felsen und die ersten Tiere kamen uns auch schon neugierig entgegen! Es war ein Wahnsinnsmoment und ich hätte alles gegeben wie die anderen mit einer Go Pro Kamera die Seelöwen zu filmen, denn sie kamen mit ihren Köpfen bis ganz nah ran! Hammer!!!!!! Unvergesslich! Wir hatten Order, die Tiere nicht zu berühren und auch nicht auf die Felsen zu steigen, woran sich jeder brav hielt. So nah konnte man das Verhalten in einer solchen Kolonie gut beobachten: da gab es große Kerle, die miteinander rangen; es war aber nicht auszumachen, ob das nun ein ernster Kampf oder ein grobes Spielen miteinander war. Darunter viele kleine Seelöwen, die teilweise ins Wasser robbten und neugierig auf uns zu schwammen, manchmal unter Wasser, um dann plötzlich vor uns aufzutauchen. Jedenfalls war das Leben in so einer Kolonie sicher kein einfaches!
Der Amerikaner, in dessen Blog ich das Abenteuer entdeckt hatte, schlug noch vor, Schnorchel und Taucherbrille mitzubringen - aber erstens war das Wasser ziemlich trübe und man wollte nicht wirklich das Gesicht da reinhängen (obwohl sicher alles biologisch war!!) und ich wollte auch gar nicht so genau wissen, wie viele Seelöwen da noch unter mir rumschwammen!!!
Nach etwa 20 Minuten mussten wir leider zum Boot zurück - ich hätte es noch viel länger ausgehalten, zumal die Wassertemperatur mit Neoprenanzug gut auszuhalten war.
Aber man kündigte uns noch weitere Tiere an: auf einer anderen Felseninsel kann man jede Menge Vögel und, wenn man Glück hat, auch Humboldtpinguine sehen. Und tatsächlich: So um die 30 Pinguine standen da fast regungslos und wie bestellt auf einem Felsen!
Inzwischen war es Zeit für den Sonnenuntergang. Wir hatten uns umgezogen und an Deck versammelt, wo die Crew Snacks und Getränke verteilte. Das heißt, wir Deutschen hatten uns umgezogen, während ein paar junge südamerikanische Mädels im nassen Bikini ihre Facebookbilder schießen mussten! Wir beobachteten amüsiert das Gepose und fragten uns, wer um alles in der Welt später diese vielen Bilder ansehen musste!?!?
Und dazu lief über Lautsprecher: ‚In the Air Tonight‘!
Was gibt es Besseres?!
Es war schon fast dunkel, als wir in den Hafen einliefen. Die 'Kollegen' hatten mir angeboten das Taxi mit ihnen zu teilen, doch sie wollten vorher noch was essen gehen. War mir nicht unrecht und schon bald saßen wir in einer kleinen italienischen Taverne am Hafen. Mit dem Ubertaxi kam ich dann für 6 Soles zurück nach Miraflores und Bastian, einer der dreien, versprach mir ein paar Fotos zu schicken, die er von mir mit seiner Go Pro gemacht hatte!
Das war heute ein super cooler Ausflug, ich hatte zudem noch Glück gehabt, auf die drei zu treffen und bester Dinge gingen wir auseinander.


























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