Montag, 28. Januar 2019

Warum fliegt ihr nach Copiapó??

Das fragte mich meine chilenische Freundin Maria aus Santiago, die ich bald besuchen werde.
Bei unserer Reisevorbereitung stießen Hermann und ich auf diesen Ort, der auf halber Strecke nach Calama in der Atacama Wüste liegt. Er taucht nur in wenigen Foren auf, eignet sich aber als Ausgangspunkt für eine Tagestour in die Bergregion zwischen Chile und Argentinien. Dort gibt es den Nevado Tres Cruzes Nationalpark mit der Laguna Verde und auch eine Tour ans Meer zu unternehmen, und so bauten wir das Ganze in unser Programm mit ein.
 
Gestern kamen wir also aus Puerto Montt nach 2-stündigem Aufenthalt in Santiago gegen Nachmittag hier an. Wollten nur schnell unseren Mietwagen Nr.4 abholen, doch der junge Mann am Hertz-Schalter meinte, die Reservierung sei nicht bei ihm im System! Na toll! Es dauerte eine Ewigkeit, aber schließlich fand sich doch noch ein Wagen.


Bei Puerto Montt


 
Santiago de Chile
 



Auf dem Weg nach Copiapó, das 60km vom Flughafen entfernt liegt




Bis wir dann unsere neue Bleibe gefunden hatten, war es inzwischen 21Uhr geworden und wir hatten den ganzen Tag noch nichts gegessen! Aber wir fühlten uns dort gleich wohl, es ist eine hübsche Anlage mit kleinen Häuschen und einem kleinen Pool (der bei Booking.com wesentlich größer gewirkt hat!)




Da wir am nächsten Tag eine lange Tour vor hatten, holten wir uns vor dem Essengehen noch Proviant in einem Supermarkt, und genossen endlich gegen 22Uhr in einem peruanischen Restaurant ein gutes Mahl.

In einigen Internet-Foren hatten wir gelesen, dass der Weg zur Laguna Verde um die 260km sei und man besser mit Reservekanister in die Berne fährt, da es nirgends eine Tankstelle unterwegs gibt! Die Männer überlegten, ob das wirklich nötig sei, doch ich hatte keine Lust auf Risiko und bestand auf den Reservekanister! Also bogen wir morgens noch schnell in die Tankstelle am Eck ein und kauften 10 Liter extra.

Die Straße in die Berge entpuppte sich dann überraschenderweise als bestens ausgebaut, vor allem die ersten 20km, und auch danach hatten wir mit schlimmen Staubstraßen gerechnet, was sich aber nicht bewahrheitete. Eine spannende Tour wurde es trotzdem, denn der Weg führte über einen 4300m hohen Pass und Harald meinte, er sei sich nicht sicher, ob das Auto das überhaupt schafft...!
Triumph der Technik: Unser Toyoto Yaris hielt durch! 


 
Streicheleinheiten von Harald und Hermann

Etwas später am Salzsee  'Salar de Maricunga' erreicht man die chilenische Grenze und muss durch ein Zollhäuschen, in dem sich die Grenzbeamten sicher nicht überarbeiten, denn es liegt wirklich mitten in den Bergen und die Zahl der Grenzgänger ist sehr überschaubar. Als wir erwähnten, was unser Plan war, nämlich zur Laguna Rosa noch abzubiegen und einen Schlenker zu fahren, schaute der Grenzbeamte skeptisch auf unser Auto und meinte, ER würde das nicht empfehlen! Soviel verstanden wir noch, dann kamen viele Details und wir interpretierten das mal dahingehend, dass es wohl manchmal sehr eng wird und man nur mit einem Allradwagen durchkäme.  Dann fragte er noch, wann wir in etwa wieder zurück kämen (damit auch alles seine Ordnung hat - man kommt auf diesem Wege ja auch nach Argentinien!)  Nun ja, das überzeugte uns, und so fuhren wir nur bis zur Laguna Verde und dann auf dem gleichen Weg zurück; nachdem ich uns beim Grenzbeamten wieder abgemeldet hatte, verabschiedete er  mich freundlich per Handschlag!



An der Grenze

 
Laguna Verde:






Unterwegs hatten wir noch eine überraschende Begegnung mit einem Fuchs, der mitten auf der Straße stand und langsam und geduldig ums Auto herum lief, bis auch der Letze von uns sein Bild endlich gemacht hatte!




Die Berge haben je nach Sonneneinstrahlung teilweise mehrere Farben in Streifen nebeneinander, was tolle Effekte gibt! Die Bilder können leider nur eine vage Idee davon vermitteln:









Gegen 17:30h  waren wir wieder zurück und hatten 560km abgefahren - ohne den Reservetank einzusetzen! Den restlichen Tag chillten wir am Pool und aßen zum Abendessen das Grillhähnchen, dass eigentlich unser Picknick an der Laguna Verde hätte sein sollen - aber die Höhenkrankheit zeigte erste Spuren: uns war leicht schwindelig und auch der Appetit schien versiegt zu sein. Wieder unten in Copiapó auf 450m Meereshöhe waren alle Anzeichen wieder verschwunden!

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