Um 6:10 riss uns der Wecker jäh aus dem Schlaf, denn um 8h fuhr der Bus. Gut organisiert wie wir nun mal sind, hatten wir am Abend schon vorgepackt und trafen eine halbe Stunde vor Abfahrt am Busbahnhof ein. Zwei Reisegruppen aus Frankreich und sonstwo her verteilten sich auf die freien Plätze und ich bekam eine nette Französin zur Sitznachbarin, mit der ich mich gleich angeregt unterhielt. (Endlich mal ne Fremdsprache, die ich auch beherrsche!)
Dann fuhr der Bus aus El Calafate heraus und der Blick nach draußen auf eine anscheinend öde Landschaft versprach fünf langweilige Stunden Fahrt. Die zwei Lehnen vor uns wurden auch schon bald mit Schmackes nach hinten runtergelassen (Semi cama!) und die Sitze quetschten unsere Kniescheiben, was wir gar nicht lustig fanden! Es gelang dann doch einigermaßen bequem zu sitzen und um mir die Zeit zu vertreiben, versuchte ich irgendwelche besonderen Motive aufs Bild zu bannen.
Kurzer Gang nach draußen durch die Zollstation (zwecks Ausreisestempel) und das Klohäuschen nebenan, und schon ging's etliche Kilometer weiter durch's Niemandsland. Dann die chilenische Grenze. Der junge Busbeifahrer machte uns deutlich, dass wir alles mit nach draußen nehmen sollten, und so schleppte jeder seinen kleinen Tagesrucksack ins Zollbüro, wo wir an einem Schalter einen neuen Stempel in den Pass gedruckt bekamen.
Währenddessen räumten die beiden Busfahrer alle Koffer ins Freie und ein Hund schnüffelte dran herum. Im Zollhäuschen war ein Röntgenförderband und jeder musste sein Handgepäck durchleuchten lassen, denn manche Dinge wie frisches Obst, Fleisch und Haustiere sind verboten. Plötzlich hielt unser Busfahrer einen großen Rucksack hoch und fragte, von wem der sei. Ich dachte, ich spinne, denn es war meiner! Also wurde er auch durchleuchtet und danach sollte ich ihn auch noch aufmachen...! Dabei war ich froh, dass ich morgens alles einigermaßen reinbekommen hatte!!! Was konnte der Hund wohl gerochen haben???
Ich werde es wohl nie erfahren, denn nach kurzer Inspektion durfte ich alles wieder zusammenpacken und zum Bus tragen. Dort saß bereits jeder auf seinem Platz, nur Harald lief beunruhigt vor dem Bus mir entgegen. Er schien sehr erleichtert, dass wir unsere Reise gemeinsam weiterführen konnten...
Circa eine dreiviertel Stunde später erreichten wir Puerto Natales und bezogen unser neues Quartier. Zur Stärkung zwischendurch besorgten Hermann und ich Brathähnchen, Bier und Brötchen, während Harald gebannt das Handballspiel der deutschen Nationalmannschaft im Handy verfolgte!
Später zogen wir dann noch los um unseren nächsten Mietwagen abzuholen, der diesmal um einige Klassen besser war als der letzte, was uns alle froh stimmte! Für ihn haben wir einen extra Platz an der Unterkunft, und die beiden Männer schlossen ordentlich das Tor ab!










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