Am Morgen aufgewacht und festgestellt, dass es wettermäßig gar nicht sooo schlimm aussah und guter Dinge starteten wir nach einem ordentlichen Frühstück zu unserer Tour. Man hatte uns versichert, dass die Flussüberquerung mit dem Auto schon möglich sei, wenn man die richtige Fahrspur erwischt...! Diese Ansage reichte Harald und Hermann, um das Unternehmen zu wagen und so bogen wir mutig wieder in Richtung Fluss ab. Der Holländer wurde wohl auch davon angesteckt und fuhr uns voraus, hielt aber am Wasser erst mal respektvoll an. Hermann hüpfte aus dem Auto, zog Schuhe und Strümpfe aus und erkundete das Terrain. Dann zeigte er dem Holländer wo's lang ging und nachdem der drüben angekommen war, folgten auch wir. Es war uns nicht ganz unrecht, dass wir ein Versuchskaninchen vor uns hatten!
Als erstes steuerten wir den Wasserfall Salto Grande an, der weniger durch seine Größe als vielmehr durch die Wucht und Menge des Wassers beeindruckt. Am Wegesrand hatte sich eine Herde Guanacos vor malerischer Kulisse niedergelassen und ließ sich nicht durch die vielen fotografierenden Touris aus der Ruhe bringen. Überhaupt sind die chilenischen Guanacos viel gechillter als die argentinischen, die immer gleich wegrennen...!
Unterwegs fielen uns die vielen toten bzw. verbrannten Baumstämme auf, die zwar optisch ein äußerst fotogenes Motiv abgeben, aber zeitgleich auch traurige Zeugen eines Großbrandes sind, der 2012 von einem hirnlosen Touristen entfacht wurde (weil er Toilettenpapier verbrennen wollte!) und dem ein riesiger Baumbestand zum Opfer fiel. Seither sind die Ranger besonders wachsam und die Regeln für Touristen sehr streng. An jedem Parkeingang muss man sich registrieren und wird gefragt, wohin man will und was man vor hat (was natürlich nicht unbedingt gegen hirnlose Touristen hilft, denn wer kündigt schon die Entsorgung von Toilettenpapier an ..!?). Aber der Park ist UNESCO Weltkulturerbe und gleichzeitig eine lukrative Einnahmequelle.
Während wir weitere Miradores abklapperten und in einem der teuren Hotels einen Pisco Sour einnahmen, besserte sich das Wetter zusehends und wir picknickten sogar in der Sonne. Tja, ich sag nur: Wenn Engel reisen...! ;)
Mein erster Pisco Sour! Und sicher nicht der Letzte!!!
Nun fehlte uns noch die Nordseite mit der extra angepriesenen Laguna Azul, die wir natürlich nicht auslassen wollten. Auch hier blies der patagonische Mistral aus vollem Rohr, aber kaum war man an windgeschützter Stelle, herrschten hochsommerliche Temperaturen. Unter einem Baum entdeckte Hermann plötzlich einen Caracara, eine Art Falke, der hier wohl sehr häufig vorkommt. Dieses Exemplar ließ uns erstaunlich nahe an sich ran und wir konnten den Vogel in aller Ruhe fotografieren.
Langsam wurde es Zeit für die Rückfahrt zur Estancia, natürlich durch den Fluss! Harald meisterte auch dies bravourös, und unser 4x4 Nissan hielt gut durch. Nicht so allerdings der Wagen des Holländers, der kurz nach uns an der Estancia eintraf und wohl seit der Flussüberquerung am Morgen laute, merkwürdige Geräusche machte!
Abends wurden wir um 22:30h (!) noch mit einem prächtigen Sonnenuntergang und gleichzeitigem Vollmondaufgang belohnt!





















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