Als ich heute morgen (28.1.) aufgewacht bin, dachte ich mir: Check doch schon mal für morgen online ein und überrasche die Männer beim Frühstück damit! Ich gebe also unseren Flug am nächsten Morgen ein und staune nicht schlecht, dass der gar nicht mehr existiert und wir stattdessen erst abends um 22 Uhr in Santiago ankommen sollen! Zu diesem Zeitpunkt sollten wir aber schon längst von dort weitergeflogen sein, und merkwürdigerweise war dieser Flug bestätigt!!! Leicht in Panik suchte ich im Internet nach Alternativen, zog auch den Bus mit 12-ständiger Fahrzeit nach Don Pedro de Atacama in Erwägung, doch da gab es für den morgigen Tag keine Verbindung... Auf der Suche nach einem Hinweis auf diese Flugänderung wurde ich in einer alten Email vom 4. Januar fündig - also hatte ICH das versemmelt!!!
Ich informierte die Männer darüber und wurde glücklicherweise nicht auf der Stelle im Pool versenkt, sondern wir gingen gemeinsam diverse Alternativen durch. Letztendlich waren wir uns einig, mal zum Flughafen (läppische 60km) rauszufahren und mit der Airline direkt zu verhandeln. Dort bot man uns mehrere Möglichkeiten:
Erste Alternative: Flug zweieinhalb Stunden später, wir rasen zurück zum Hotel, packen in Windeseile ein und rasen wieder zum Flughafen und bekommen in Santiago den Nachmittagsflug nach Calama einen Tag früher.
Zweite Alternative: wir nehmen noch heute den Abendflug, verbringen die Nacht in Santiago und fliegen morgen wie geplant weiter.
Dritte Alternative: wir pfeifen auf die Flüge und nehmen den Nachtbus nach Calama, 10 Stunden Fahrt und eine weitere Stunde nach San Pedro.
Die dritte Alternative kam für Schwaben natürlich nicht in Frage: Zahlt isch zahlt! Und auf so ne lange Busfahrt hatte (außer Hermann!?) niemand Lust, deshalb war er gleich überstimmt.
Die zweite Alternative fanden wir noch am interessantesten, obwohl uns das Bodenpersonal keine Hoffnung auf eine bezahlte Übernachtung im Hotel in Aussicht stellte. Trotzdem buchten wir um und beschlossen uns für die Nacht eine günstige Bleibe zu suchen. Dazu brauchten wir aber Internet, das am Flughafen nicht verfügbar war, und so kamen wir auf unser ursprünglich für heute geplantes Programm zurück, nämlich als Meer zu fahren.
Der Strand von Bahia Inglesa wurde von den Einheimischen sehr gelobt und Harald machte schwer Druck dorthin zu fahren, denn Hermann und ich hatten eigentlich einen Nationalpark mit vielen Kakteenarten ins Auge gefasst. Da es nun so spät war, fiel Letzteres eh ins Wasser, was Harald erleichtert zur Kenntnis nahm; außerdem lag der Flugplatz schon auf der Strecke und so waren wir bald am Ziel. Harald war sofort begeistert, als er den Strand und die vielen Restaurants und Bars sah! Doch bevor wir uns am Strand ablegen konnten, brauchten wir Internet, um ein Hotel für abends zu buchen. Das war bald erledigt und nach der vielen Fahrerei gestern war nun Faulenzen am Meer angesagt.
Das Wasser war zwar recht frisch, aber ganz klar und wir genossen die Abkühlung. Wie wir da so tiefenentspannt herumliegen, sag ich so ganz in Gedanken beim gestrigen Tag: 'Unglaublich! Gestern noch waren wir auf 4300m und jetzt sind wir bei null!' Nach kurzer Pause meint Harald: 'Also, mir goht's bei null deutlich besser als bei 4300m!!!'
Zur Stärkung gingen wir dann vor unserem Aufbruch noch schnell einen Burrito essen, wobei 'schnell' von der Bedienung irgendwie anders interpretiert wurde: wir warteten eine geschlagene Stunde in einem nur halb besetzten Restaurant auf unser Essen! Aber eine coole Treppe hatten sie:
Und sehr kreativ gestaltete Telefonzellen stehen an der Promenade
Harald, in Gedanken wieder mit dem Zeitmanagement beschäftigt, drängte zum flotten Aufbruch und kutschierte uns eilig zum Hotel. Es blieben gerade einmal 45 Minuten zum Duschen und Packen und ich verklickerte der Señora vom Hotel auf Spanisch, warum wir so Knall auf Fall unsere schönen Zimmer aufgaben. Um das Ganze noch abzurunden, denn die Panik war wohl für heute noch nicht genug, vermisste ich meine Kamera und wähnte sie im Auto, wo sie aber nicht war! Ich hatte sämtlich Rucksäcke durchsucht, aber nix gefunden (wie Lola, haha!), und als Harald mich fragte, wo ich sie denn immer hätte, deutete ich auf meine Bauchtasche, die ich natürlich auch schon durchsucht hatte! Und siehe da: gaaaanz unten war sie dann doch!
Am Flughafen beim Check-in war das Personal dann allerdings sehr intensiv damit beschäftigt uns im System zu finden ( obwohl man uns doch am Morgen extra neu eingebucht hatte!), was nach geraumer Zeit schließlich doch noch gelang und nun kommt's: man bot uns sogar eine bezahlte Nacht samt Transfer in Santiago an!!! Wir sollten uns nur nach der Ankunft beim 'Manager on duty' melden, der dann alles Weitere veranlassen würde... Da konnten wir natürlich nicht widerstehen, zumal anzunehmen war, dass die Hotelkategorie sicher besser als die von uns gewählte sein würde, und stornierten flugs unser Zimmer trotz Stornierungskosten. Dann schauten wir noch auf unsere Boardingpässe und wurden noch mal überrascht: wir saßen in der 1. Reihe! So viele Überraschungen... Es sollten aber noch weitere kommen!!!
Beweis!
Kurz nach 22 Uhr erreichten wir also Santiago, holten unser Gepäck und karrten es hoffnungsvoll zum Schalter von Sky Airlines. Dort (Überraschung!) hatte man aber bereits Feierabend gemacht - es war niemand mehr da! Die hilfsbereite junge Dame am allgemeinen Informationsschalter in der Halle bot dann an, die Airline telefonisch zu kontaktieren, was eine ganze Weile dauerte; dann drückte sie mir den Hörer in die Hand und eine männliche Stimme meinte in gebrochenem Englisch, in 8min würde jemand an den Ausgang kommen und uns da treffen! Ich ließ mir vorsichtshalber den Treffpunkt vom englisch sprechenden Info-Mädel noch mal bestätigen, und dann karrten wir unser Gepäck wieder nach unten und stellten uns in das Gewirr der ankommenden Reisenden, abholenden Angehörigen und Unmengen an Taxi-Dienst anbietenden Kleinunternehmer. Harald und ich schwärmten aus und lasen zum x-ten Mal die Namen auf diversen Tafeln, die hochgehalten wurden ... Unsere waren leider nicht dabei. Und (Überraschung!) es kam auch niemand!
Nach etwa 40min ging Harald nach oben zur Dame am Schalter und beschwerte sich. Die telefonierte wieder und man versprach Harald, dass jemand zum Schalter kommen würde... Es verging wieder Zeit, doch dann so gegen 0:15 nahm sich endlich jemand von Sky unserer an, organisierte Transfer-Voucher und einen fürs Hotel, und eine andere Dame von Sky ( wo kamen die alle auf einmal her??) brachte uns nach draußen, wo ein Pulk von müden Reisenden, die alle einen Taxi-Voucher in der Hand hielten, auf ihren Transfer warteten. Ums kurz zu machen: gegen 1:00 erreichten wir das 4-Sterne Hotel Principado mitten in Santiago gelegen und bezogen unser Zimmer mit 2 separaten Schlafzimmern.
An der Rezeption hatte man uns erklärt, dass auch Abendessen, Frühstück und Mittagessen mit eingeschlossen seien und auf Nachfrage erfuhren wir, dass an der Rückseite des Hotels ein Restaurant wäre, das noch geöffnet hätte und zum Hotel dazu gehören würde. Wir zogen also mitten in der Nacht um den Block und siehe da: im Freien und innen war noch mächtig was los und meine Männer bestellten sich gleich noch was zum Essen. Mit einem gezapften Bier stießen wir auf den glücklichen Ausgang unserer Odyssee an und landeten gegen 3 Uhr morgens in unseren Betten!










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