Sonntag, 24. Februar 2019

Weltkulturerbe El Fuerte de Samaipata

20.2.

Heute war nun Kultur angesagt! Jorge besorgte mir ein Uber-Taxi (23Bol. = 2,90€) , das mich in den Südteil der Stadt brachte, wo irgendwo in einer Seitenstraße die Sammeltaxis nach Samaipata abfuhren. Die Fahrerin lud mich ein paar Querstraßen weiter vorne ab, doch ich war zuversichtlich und würde mich schon durchfragen... Tja, das war leichter gedacht als getan, denn ich wurde hin und her geschickt! Ich dachte schon, ich sei in China, wo keiner sein Gesicht verlieren will und immer Auskunft gibt, auch wenn er keine Ahnung hat! Aber ich war wild entschlossen, nach Samaipata zu fahren. Bis mir dann dämmerte, dass ich nicht nach 'buses' sondern nach 'trufis' fragen musste, die PKWs für bis zu 7 Personen. Endlich war ich auf der richtigen Fährte und fand die Station in einer kleinen Seitenstraße - nicht vorne an der Hauptstraße!
Für 30 Bolivianos (ca. 3,75€) ging es bald darauf los und nach 3 Stunden erreichten wir das 120km entfernte Samaipata in einer bergigen grünen Landschaft auf 1700m Höhe. Die Straße war inzwischen gut ausgebaut, und nicht wie in alten Internet-Foren beklagt eine kilometerlange Staubstraße. Einmal hielten wir an einer Mautstation, und man erwartet hinterher eine mindestens zweispurige Autobahn. Dem war nun nicht so, wir fuhren auf einer ganz normalen einspurigen Landstraße weiter. Kurz kam mir die Idee, auf der Kaltentaler Abfahrt könnte man das eigentlich auch machen ...!

Das Trufi hielt an einem kleinen Platz mit Park mitten im Ort und ich fragte den Fahrer, wie ich nun zum 'Fuerte de Samaipata' käme. Er bot an mich zu fahren, wollte aber vorher noch was essen, und so verabredeten wir uns auf eine halbe Stunde später. Ich schlenderte durch den kleinen, ruhigen Ort und fotografierte viele Kunstobjekte in dem schattigen Park. Einige Traveller hingen in den Cafés und kleinen Restaurants ab; ich war offensichtlich der einzige Touri, der zum Weltkulturerbe wollte...












Mein Fahrer kam pünktlich und brachte mich ein paar Kilometer weiter an die historische Stätte aus Inka-Zeiten. 2 Stunden später wollte er mich wieder abholen. Der Eintritt betrug 50 Bolivianos (6,25€) und ich marschierte alleine den ausgeschilderten Pfad los. Erst viel weiter hinten traf ich auf einige Besucher, es war also herrlich ruhig.
Es handelt sich hierbei um eine Ruinen- bzw. Zeremonialstätte der Inkas, etwa 1950m hoch. Mittelpunkt ist ein roter  ca. 200m langer und 40m breiter Sandsteinfelsen  mit Stufen, Kanälen, Figuren und Tierdarstellungen. Archäologen fanden Siedlungsreste aus der Zeit bis 1500 v.Chr.


Hat geklappt!

















Mein Fahrer war verlässlich zur Stelle und brachte mich zurück in den Ort. Unterwegs machte er mich noch auf die Weinberge aufmerksam und ich beschloss, mir vor der Rückfahrt ein Fläschchen Weißwein aus Samaipata in einem Laden zu holen! Der Preis war mit 95 Bolivianos ganz schön gesalzen, dazu kamen noch 100 Bolivianos für den Transfer zum Kulturerbe - aber die Nachfrage bestimmt hier halt die Preise!


Der Name bezieht sich übrigens auf die Anbauhöhe!

Im Ort gibt es auch ein Museum, dessen Besuch im Ticket eingeschlossen ist und so drehte ich da auch noch meine Runde...










Ich fand dann noch ein Trufi zurück nach Santa Cruz und dank voller Besetzung zum Spottpreis von wieder nur 30 Bolivianos. Um kurz nach acht bog unser Fahrer in die Seitenstraße in Santa Cruz ein, und kaum war ich ausgestiegen, bot sich schon ein Taxifahrer an. Für 25 Bolivianos brachte er mich schließlich schnell zum Haus zurück.

Dort angekommen, lud mich Jorge ein, mich zu den Gästen zu gesellen, die er und Maria Isabel eingeladen hatten. Es war zwar eine altersmäßig gemischte Gesellschaft, trotzdem war ich mit meinem bisschen Spanisch hoffnungslos überfordert! Irgendwann machte ich dann den Absprung, da der Ausflug doch recht anstrengend gewesen war! Aber ich fand es sehr nett, dass sie mich dazu eingeladen hatten!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen