Samstag, 2. Februar 2019

Notstandsgebiet Atacama

Trotz der neuen Undichte unserer Zimmerdecke waren wir bester Dinge, denn morgen ging ja unser Flug nach Santiago. Im Frühstücksraum bekamen wir dann die neueste Info zur Lage: Nach den gestrigen starken Regenfällen war nun auch die Straße nach Calama und damit zum Flughafen gesperrt! Im Fernsehen sahen wir dramatische Bilder von reißenden Flüssen, Straßen unter Wasser und erfuhren, dass im Norden der Atacama Region durch die Regenfälle mehr oder weniger der Notstand ausgerufen wurde! Und wir mittendrin!!! Soviel zu einer der angeblich trockensten Wüstengegenden der Erde! Wo wir gestern Nachmittag noch malerische Fotos von rötlichen Felstälern gemacht hatten, schoss nun das Wasser heraus und über die Straße.




Der Wetterbericht sagte aber für den nächsten Tag etwas weniger Regen voraus und wir wurden zuversichtlicher, was das Durchkommen nach Calama betraf. Im Aufenthaltsraum waren noch zwei deutsche Ehepaare, eine deutsche Schicksalsgemeinschaft sozusagen. 
Um die Mittagszeit kam wieder ganz unschuldig die Sonne heraus und wir beschlossen mal bei der Autovermietung vorbeizufahren und zu fragen, ob wir den Wagen auch am Flughafen abgeben konnten. Die Fahrt zu Europcar war abenteuerlich und führte durch mindestens knietiefe Wasserlöcher auf der Straße! Harald schien die Herausforderung zu gefallen: mit unserem 4x4 eine leichte Übung! Die Auskunft war dann sehr erfreulich, ersparte sie uns auf jeden Fall ein Taxi für die 100km zum Flughafen!



Bei dem schönen Wetter beschlossen wir noch einen Spaziergang durch San Pedro zu machen, mit möglicher Aussicht auf einen Kneipenbesuch. Und schon fand sich eine passende Location, um ein letztes Bierchen in San Pedro zu trinken! Am Nebentisch saß ein chilenisches Pärchen aus Santiago, mit dem wir irgendwann ins Gespräch kamen und es wurde sehr lustig. Wir sprachen über Musik und von deutschen Gruppen kannten sie doch glatt die Scorpions und Rammstein!!






Nach einer Pizza brachen wir auf in Richtung Kirche, denn es gab heute wohl ein kirchliches Fest und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Von weit weg hörten wir eine Blaskapelle und gingen in diese Richtung. Später erfuhren wir, dass es sich um das jährliche Fest der Jungfrau Maria handelte. Außer der Musik gab es tanzende Gruppen von Männern und Frauen und einigen Gestalten mit verwegenen Masken! Wir begleiteten den Zug, bis er an der Kirche eintraf. Unterwegs mussten aber einige Pfützen umgangen werden...






Den Abend verbrachten wir in unserem Zimmer mit Fernsehen und Packen, und - muss ich es erwähnen? Gegen 21h begann es wieder zu regnen!

Hier noch ein paar letzte Eindrücke aus San Pedro de Atacama:






 
Die Dächer sind offensichtlich auch mit Lehm isoliert, was bei Regen aber eher kontraproduktiv zu sein scheint: So sahen viele der weißgetünchten Häuser aus!
 











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