19.2.
Eigentlich hatte ich gar keinen richtigen Plan für Santa Cruz, hatte nur mal ein einladendes Bild von einem Platz mit Kirche gesehen und dann auch noch ein tolles Airbnb gefunden - also dachte ich mir: der Rest wird sich schon finden...
Am ersten Tag wollte ich eh nur am Pool faulenzen, doch schon beim Frühstück ergab sich ein so interessantes Gespräch mit Jorge und einem bolivianischen Gast, der in Texas lebt, dass ich den ganzen Vormittag vor allem mit Jorge Reiserfahrungen austauschte. Er ist 2 Jahre älter, hat aber schon in mehreren Ländern gelebt, unter anderem in den USA, und vor ein paar Jahren bereiste er sein eigenes Land ein paar Monate lang von Nord nach Süd und veröffentlichte seine Erlebnisse und Erkenntnisse in einem Buch. Ich schmökerte darin herum und trotz Spanisch verstand ich seine Kommentare sehr gut. Wir waren so quasi seelenverwandt.
Was Santa Cruz betraf, so meinte er, gäbe es nicht viel zu sehen; doch 3 Autostunden entfernt gäbe es ein Weltkulturerbe in Samaipata! Das sollte ich mir nicht entgehen lassen.
Das nahm ich mir gleich für den nächsten Tag vor und ging erst mal ne Runde im Pool schwimmen. Bald lockte mich aber doch die Stadt und ich zog los zur Erkundung.
Schnell fand ich auch besagten Platz mit Kirche, die sich als die Kathedrale von Santa Cruz entpuppte und im historischen Kern der Stadt liegt. Um die Plaza 24 de Septiembre sind Regierungsgebäude und das Kulturzentrum. Ich wollte einen Stadtplan und fand das bekannte 'i' im Kulturzentrum. Dort fand auch eine Gemäldeausstellung mit Vogelbildern statt, die ich mir kurz anschaute. Eine Dame in militärisch aussehender Uniform deutete mir an, auch nach oben zu gehen, was ich auch brav tat, denn die Uniform versprühte schon einen gewissen Respekt! Oben fand sich aber nur ein Museumsshop mit viel Kunsthandwerk, was für mich ja gar nicht in Frage kam, und so war ich schon bald wieder unten.
Der Platz war schön schattig und viele Menschen hielten sich darin auf; ich ging jedoch zurück Richtung Haus und kaufte unterwegs im Supermarkt noch ein paar Dinge. Auch an einem Eisladen kam ich vorbei und konnte natürlich nicht widerstehen! Die Portionen heißen auch hier simple / doble / triple und da ich in Santiago mal leichtsinnigerweise ein Triple bestellt hatte und fast ein Pfund Eis bekam, war ich nun etwas vorsichtiger und reduzierte auf Doble. Das waren dann zweierlei Sorten, aber von jeder gab's 2 Kugeln in die Becherwaffel! Bei 30 Grad Außentemperatur kein leichter Job und ich schaufelte wie wild mein Eis in mich rein, bevor es mir langsam aber sicher über den Handrücken davon floss.
Bevor wir zu den Bildern kommen, zuerst noch ein paar Infos zur Stadt, die vielen nicht so sehr bekannt ist und von der ich zuvor keine Ahnung hatte:
Santa Cruz de la Sierra liegt etwa 550km östlich von La Paz und ist mit etwa 1,5 Mill. Einwohnern nicht nur die größte Stadt Boliviens, sondern auch das wirtschaftliche Zentrum. 1976 hatte die Stadt gerade mal 250000 Einwohner; seit der Jahrtausendwende ist sie jedoch eine Millionenstadt. Ein Ringstraßensystem versucht dem wachsenden Verkehr Herr zu werden. Ich hätte wetten können, dass La Paz mehr Einwohner hat - dem ist aber nicht so: dort leben nur ca. 760000 Einwohner und in El Alto 850000 Einwohner.













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