Samstag, 4. März 2023

Anleitung zum chronologischen Lesen



Wer sich wundert, dass der letzte Post als erstes erscheint und man sich somit also rückwärts durch den Blog arbeiten muss, dem möchte ich hier eine kleine Hilfe geben! Mich nervt es übrigens ungemein, dass man die Reihenfolge nicht umstellen kann!

Aber so sollte es einigermaßen gelingen:

Die mobile Version sieht so aus:




Ist man unten auf der Seite angelangt, kann man mit den Pfeilen sich einfach von der Startseite aus beginnend durch den Blog klicken.



Die Webversion sieht so aus:



Rechts am Rand sind nun die einzelnen Monate aufgelistet und wenn man auf den Pfeil eines bestimmten Monats tippt, erscheinen alle Titel der Posts in der entsprechenden Reihenfolge.




Beginnt mit dem obersten Post eines Monats und tippt dann am unteren Ende auf den Hinweis ‘Neuerer Post’.





Ich hoffe, ihr habt Erfolg damit!

Ist leider etwas umständlich! Sorry. Ein großes Manko bei Blogger!


Freitag, 3. Mai 2019

Ein schöner Abschluss ziert die Übung...!


1.5. 


Während ich das hier schreibe, sitze ich im Flieger nach Madrid! Und wisst ihr was? Ich habe ein Upgrade abgestaubt ohne danach zu fragen!! Ich hatte nur um einen Platz am Gang gebeten, weil ich mein Knie ausstrecken muss; und nun sitze ich in einer der Reihen mit der großen Beinfreiheit (aber nicht business class!) auf einem 11-Stunden-Flug. Bin ganz im Glück, und das bei einer Fluggesellschaft, die keiner kennt und die relativ neu am Markt ist (Plus Ultra). Das Flugzeug ist auch recht neu und bequem, kann ich also nur wärmstens empfehlen!


Einen besseren Abschluss als heute Morgen konnte ich mir auch nicht vorstellen: Meine junge Zimmernachbarin stellte sich als Alisa aus Karlsruhe vor (hier hatte ich schon mal Deutsche, und zwar David und Sofie kennengelernt) und als wir so nebeneinander beim Frühstück saßen, tauschten wir angeregt Reiseerlebnisse aus. Dabei merkte ich gar nicht, dass mein Checkout schon überfällig war! Zum Glück hatte ich schon gepackt, und als Alisa mir anbot, mir beim Tragen zum Bus zu helfen,  nahm ich das Angebot gerne an und stellte mein Zeug bei ihr so lange im Zimmer unter. Dann gingen wir zusammen noch ein bisschen durch Miraflores und landeten anschließend in meinem Lieblingsrestaurant! (Allerdings ohne Pisco Sour!)


Damit bin ich nun endgültig am Ende meiner Reise angelangt! Dass es so ausführlich werden würde, hätte ich (auch) nicht gedacht; aber es hat einfach Spaß gemacht, die Erlebnisse in Gedanken noch mal durchzugehen und zusammenzufassen. Dafür war ich abends gut ausgelastet und habe nicht ein einziges Mal auf Spanisch ferngeguckt! (Man muss halt Prioritäten setzen!) Nun seid ihr alle über alles informiert und ich habe ein schönes Reisetagebuch!
Vielleicht habt ihr manchmal gedacht: Was? Schon wieder ein Post??! Wann soll ich das denn alles lesen?? Manche haben sofort reklamiert, wenn mal drei Tage nix kam (Sorry,  Leute, aber das WLAN war ab und zu halt nicht das Schnellste!) Deshalb hier ein dickes Dankeschön für euer Interesse, das mich auch angespornt hat, am Ball zu bleiben!



Fazit meiner Reise: Es war gigantisch gut! Unvergesslich! Dabei muss ich mir selbst feste auf die Schulter klopfen, denn meine Planung war sowas von perfekt und ideal, ein stressloses Reisen mit angenehmen Pausen zum Relaxen und Reflektieren. Von meinem Super-Gau nach 4 Wochen mal abgesehen, lief alles wie am Schnürchen, das Wetter hat überraschend gut mitgespielt und ich habe jede Menge netter Menschen kennengelernt. Die vier Monate vergingen wie im Flug und ich habe jeden Moment intensivst genossen! Und was die 4 Monate angeht: Leute, da bin ich sowas von einer kleinen Nummer!!! Ich habe viele Traveller getroffen, die 6, 9 oder mehr als 12 Monate unterwegs waren; darunter auch Paare so in meinem Alter! Man bewegt sich also unter vielen Gleichgesinnten, die meist sehr offen und kontaktfreudig sind.
Noch eine Bemerkung zum alleine Reisen: Es klappt erstaunlich gut und auch etliche andere reisen allein, darunter viele Frauen. Aber es sind natürlich in der Mehrheit Pärchen unterwegs, was dann manchmal schon traurig macht, vor allem, wenn romantische Stimmungen beim Sonnenuntergang oder an besonders schönen Stellen für gemeinsame Fotos das Erlebnis abrunden. Gerne hätte ich das alles zusammen mit Reinhard erlebt, der ja auch immer begeistert gereist ist. Aber nun ist es wie es ist und ich bleibe deshalb nicht zu Hause - die Welt bietet dazu viel zu viel...



Ich bin auf jeden Fall so richtig auf den Geschmack gekommen und werde mit Sicherheit wieder als Backpacker losziehen... Weiß nur noch nicht wann und wohin!
Lasst euch überraschen...



Eure Karin, die Weltenbummlerin. :)



Quito - höchstgelegene Hauptstadt der Welt und UNESCO Weltkulturerbe

Der historische Bezirk Quitos ist schon sehr außergewöhnlich und es wurde in den letzten Jahren viel restauriert. Doch gibt es strenge Auflagen, was die Sanierung betrifft, die extrem kostspielig werden kann. Die Besitzer einer solchen Immobilie sind fast schon gestraft damit: Kaufinteressenten gibt es kaum, selbst haben sie nicht genug Kapital ... so wird häufig nur die Fassade aufwendig saniert, während das Innere des Hauses weiter verkommt!











La Mitad Del Mundo - Zur Mitte der Erde


29.4.


An meinem letzten Tag in Ecuador stand noch eine Tour an, und zwar zur Mitte der Erde, zum absoluten Nullpunkt! Treffpunkt war 14:20 am Hotel Suissotel, wo ich nur mit dem Taxi hinkam, da es recht weit war. Ich überschlug die Zeit, die ich brauchen würde und ging rechtzeitig aus dem Haus. Es kam auch gleich ein Taxi vorbeigefahren, ich nannte mein Ziel und der Fahrer nickte, also kannte er das Ziel (jeder Taxifahrer kannte die großen Hotels!). Er fuhr also los und nahm eine mir bereits bekannte Richtung. Zur Sicherheit (und Kontrolle) schaute ich gleichzeitig auf mein Navi im Handy. Der Verkehr im historischen Viertel war etwas stärker und wir kamen nicht so schnell voran, wie ich gehofft hatte, doch auf den breiten Boulevards lief es recht flott und ich war zuversichtlich es rechtzeitig zu schaffen. Stutzig wurde ich jedoch, als mein Fahrer (der sich nicht mal mit Namen vorgestellt hatte, was schon mal ungewöhnlich war!) plötzlich eine ganz andere Richtung einschlug! Ich machte ihn darauf aufmerksam, doch er meinte, er müsste hier einen Bogen fahren. Ich wusste, dass das nicht wahr war und zeigte ihm mein Navi. Er schüttelte nur den Kopf und fuhr weiter. Dann hielt er auf einmal an und wir standen vor dem Marriott Hotel. Er zeigte nach draußen, doch ich schüttelte vehement den Kopf und sagte ihm, dass das nicht das Suissotel sei. Er stellte sich blöd und wollte 3$, der freche Hund! Ich beschimpfte ihn in breitestem Schwäbisch (leider reichte mein Spanisch dazu nicht!), gab ihm nur 2$ und stieg aus. Zu langen Diskussionen war keine Zeit und ich winkte mir schnell ein anderes Taxi her. Dem Fahrer erzählte ich von meinem Pech und dass ich nun echt zu spät war, und er legte los. Ich sah, dass er zumindest die richtige Richtung einschlug und war beruhigt, wenn auch viel zu spät dran. Als wir dann 10min später an besagtem Hotel vorfuhren, stand der Bus zum Glück noch da und ich stieg mit schlechtem Gewissen ein. Es wurden noch andere Punkte angefahren, um Leute abzuholen und einmal warteten wir auch ne ganze Weile. Eine einzelne Frau erschien dann irgendwann, mit nassen Haaren... Sie hatte wohl noch unter der Dusche gestanden, als wir vorfuhren!!!!?

Nun war ich so lange in Südamerika unterwegs gewesen und es hatte bisher mit den Taxis alles geklappt ... Bis dieser Gauner daherkam! Immerhin saß ich bei meiner letzten Tour und war auf die Mitte gespannt, die eigentlich gar nicht stimmt!!! Was da als gelbe Äquatorlinie eingezeichnet ist, hat sich im Laufe der Zeit nämlich verschoben, habe ich gelesen und die eigentliche Mitte befindet sich so um die 200m weiter weg. Aber man will ja nicht päpstlicher sein als der Papst, ich war auch so zufrieden und machte meine Fotos!










Abends ging ich noch mal  'La Ronda' entlang und in das Bistro, in dem ich zu dem Konzert gewesen war. Ich bestellte mir in Bier eingelegtes Lammfleisch, das genial schmeckte und ließ mir noch ein Bier dazu schmecken. Damit war mein letzter Tag in Ecuador abgeschlossen!








Zurück in Lima


30.4.

Mein Freund Luis holte mich 9:45 im Hotel ab - alles ganz gechillt heute. Wir unterhielten uns wieder ganz nett und er erzählte, dass er mal Mechaniker bei einer Firma gewesen war, wo er gut verdient hatte. Dann wurde die Firma verlegt und er verlor seinen Job. Seither fährt er Taxi, von morgens 5 bis abends um 11! Als ich ihn fragte, wann er denn seine Familie sehen würde, meinte er, dass sie sonntags in die Kirche gehen würden und dann am Nachmittag bis 4 oder 5 Uhr zusammen seien. Danach würde er wieder Taxi fahren. Nachts schliefe er nur 4 Stunden. So wie er das sagte, glaubte ich ihm das auch, und als ich schließlich am Flughafen ausstieg, drückte ich ihm meine letzten 20$ in die Hand (bisher hatte er mir einen Sondertarif von 15$ gemacht!).
Ich versprach ihm, dass ich allen Freunden, die nach Quito kämen, seine What'sApp-Nummer geben würde... Also: wer nach Quito kommt und einen verlässlichen Taxifahrer braucht... Vorher bei mir die Nummer erfragen!!!



 
Anmerkung vom 11.12.2020:
 
Immer mal wieder tauschte ich hinterher mit Luis kurze What'sApp aus und wollte wissen, wie es ihm in Corona-Zeiten denn so erginge. Er hatte mit einem seiner Söhne auf Backwaren umgestellt, da der Taxijob mangels Touristen nicht mehr lief. Sie stellten, Brot, Croissants und Blätterteigtörtchen her und sie schienen damit Erfolg zu haben. Als ich Anfang Dezember mal wieder an ihn schrieb, meldete sich jedoch seine Tochter über sein Handy und teilte mir mit, dass ihr Vater am 20.Oktober verstorben sei! Luis war 10 Jahre jünger als ich gewesen und ich war schon sehr geschockt! Die Tochter schickte mir auch einen Link zu einem YouTube Video, in dem die Familie sich an die restliche Familie sowie Freunde und Bekannte wandte und sich für die Anteilnahme bedankte. Dann folgten etwa 20 Minuten lang Bilder aus Luis' Leben und so lernte ich noch andere Facetten von ihm kennen. Er war übrigens Flugzeugmechaniker gewesen, wie ich nun erkannte.
 
 
In Lima fuhr ich dieses Mal nicht mit dem teuren Taxi, sondern nahm den Flughafenexpressbus... Jetzt kannte ich mich ja aus! Das ist überhaupt eine tolle Sache beim Reisen: wenn man wo ankommt und sich schon auskennt! Auch kann man super überflüssiges Gepäck deponieren - auf mich warteten 3-4kg meiner Reiseausstattung!

Ich bekam wieder ein Zimmer auf der lauschigen Dachterrasse und fühlte mich gleich heimisch. Ich wusste auch schon wo ich zum Abendessen hingehen würde: das sehr empfehlenswerte Restaurant an der Plaza Kennedy (Café- Café), wo ich mit Anna abgehangen hatte.

Ich bestellte meinen letzten Pisco Sour und es war noch Happy Hour! Die nahm ich natürlich noch mit! Der nette Kellner vom letzten Mal war auch wieder da und stellte beide Gläser vor mich hin. Da saß ich nun ein bisschen wie ein Alkoholiker, aber das war mir auch egal! Auf das Essen hatte ich mich den ganzen Tag schon gefreut und ich genoss es in vollen Zügen. Schade nur, dass ich diesmal alleine hier saß.  
 



Im Hostal schickte ich Anne ein Foto von mir mit den beiden Gläsern nach Indonesien und sie antwortete prompt darauf!!!
Ich liebe What'sApp!!!

La Virjen, La Floresta, La Plaza Grande, La Casa Del Alabado


28.4.

Ein strahlend blauer Himmel begrüßte mich am Morgen - so nah liegen hier jeden Tag Sonne und Regen beieinander. Immerhin sind wir erst am Ende der Regenzeit.

Das ideale Wetter, um zur Jungfrau zu gehen bzw. fahren, denn von einem Fußmarsch alleine den Berg hinauf wird aus Sicherheitsgründen abgeraten. Mein Knie hörte es mit Freuden und so hielt ich vor dem Hotel nach einem Taxi Ausschau. Da stand auch schon eines und ich fragte nach dem Preis. 6$ wollte er und ich wusste, das war zu viel. Er müsse ganz außenrum fahren gab er mir zu verstehen, doch ich war nicht bereit mehr als 4$ zu bezahlen, obwohl mir klar war, dass auch das noch zu viel war. Aber er ließ sich drauf ein und fuhr mich den Berg hinauf, zu Quitos weit sichtbarem Monument, der aus vielen Einzelteilen zusammengeschraubten Marienfigur. Nicht ganz so imposant wie New Yorks Freiheitsstatue, aber immerhin auch besteigbar für nur 1$! Ein toller Blick über die Stadt bietet sich einem und die Sicht war super.













Ein paar Fotos an den Wänden berichten vom Aufbau der Statue und einen Stock tiefer sind alle wichtigen Kirchen im Modell ausgestellt, mit dazugehöriger Maria als Glasbildnis.









Mein nächstes Ziel war La Floresta, ein Stadtteil mit (angeblich) viel Graffiti, wo auch free Walking Tours angeboten werden, aber halt leider nicht am Sonntag. Ich dachte mir, so schwer kann das ja nicht sein, die zu finden; laufe ich halt ein paar Straßen ab. Mit dem Taxi war ich flott dort (sonntags ist der Verkehr überschaubar) und startete meinen Rundgang ohne Plan. Ich kam an einem netten Café vorbei und hielt an, um einen Saft zu trinken; dabei unterhielt ich mich mit dem Kellner und fragte, wo es denn hier die Graffitis gäbe. Er zeigte mir auf meiner Karte, in welchem Areal ich suchen sollte und ich trabte los. Ich fand auch welche, allerdings ist die Qualität der Bilder bei Weitem nicht mit denen in Santiago, Valparaiso und anderen Plätzen vergleichbar. Vielleicht habe ich die Besten auch nicht gefunden... 











Aber egal, ich fuhr zurück in mein historisches Viertel und hielt mich rund um die Plaza Grande auf. Sonntags kommt hier Hinz und Kunz zum Flanieren und ich ließ das bunte Treiben amüsiert auf mich wirken.
















Dann erinnerte ich mich an den Museumstipp von Jorge: La Casa Del Alabado. Hier wird die ecuadorianische Kultur in der präcolumbianischen Zeit ausgestellt und die Ausstellungsstücke haben mich mehr als fasziniert! Hier eine kleine Auswahl:












Ein Restauranttipp in der Nähe trug den witzigen Namen: Hasta la vuelta, señor (Bis ich wiederkomme, Herr). Er geht auf eine nette Legende zurück, die von einem angehenden Mönch handelt, der nachts aus dem Kloster aussteigt, um Party mit leichten Mädels zu machen. Um aus dem Fenster steigen zu können, benutzt er ein Kreuz mit der Jesusfigur dran. Eines Abends fragt der Jesus am Kreuz: Wie lange, Vater Almeida? Und er antwortet mit besagtem Wortlaut. Ich bin aber hauptsächlich wegen des Ambientes des Lokals dorthin, denn es liegt in einem hübschen, überdachten Innenhof.